Polizei sucht Zeugen

50 000 Euro Schaden: Einbrecher stehlen mindestens 50 Reifensätze aus Lager in Harsleben

In der Nacht zum Dienstag haben Unbekannte in einem Reifenlager in Harsleben zugeschlagen. Die Bilanz: 50 000 Euro Schaden und 50 verärgerte Kunden.

Von Sandra Reulecke
Einbrecher haben es in der Nacht zum 15. Juni 2021 auf ein Reifenlager in Harsleben abgesehen. Sie entwendeten nach ersten Erkenntnissen die eingelagerten Räder für rund 50 Fahrzeuge.
Einbrecher haben es in der Nacht zum 15. Juni 2021 auf ein Reifenlager in Harsleben abgesehen. Sie entwendeten nach ersten Erkenntnissen die eingelagerten Räder für rund 50 Fahrzeuge. Symbolfoto: dpa

Harsleben - Ein Sportprogramm der perfiden Art haben Unbekannte in Harsleben absolviert. Sie stemmten in der Nacht zum Dienstag Dutzende Reifensätze über einen mannshohen Zaun – und so ein einzelner Winterreifen samt Stahlfelge kann gut 15 Kilogramm auf die Waage bringen. „Das muss organisiert gewesen sein, für so etwas braucht es Manpower und Manpower “, sagt Ronald Riethmüller.

Dem Inhaber des „C & R Autoforums“, am Rande des Halberstädter Gewerbegebietes Am Sülzegraben gelegen, ist der Schock über die Tat, die erst am Morgen entdeckt wurde, anzuhören. „Das hat mich ganz schön getroffen“, berichtet der 56-jährige Kfz-Meister. „Die Kunden vertrauen uns ihre Reifen an und dann passiert so ein Mist.“

Nur Zeitwert der Reifen versichert

Auf den Dedeleber und sein Team komme jetzt, nachdem Polizei und Spurensicherung den Tatort untersucht haben, viel Bürokratie zu. „Wir sind gerade bei der Bestandsaufnahme, um den Schaden dann an die Versicherung weiter zu melden.“ Derzeit gehe er davon aus, dass die Reifensätze für etwa 50 Fahrzeuge gestohlen wurden. Die Polizei beziffert den Schaden laut einer Sprecherin auf rund 50 000 Euro.

„Das Schlimme ist ja“, sagt Ronald Riethmüller, „dass die Reifen zwar versichert sind, aber nur ihr Zeitwert. Die Kunden sind also benachteiligt.“ Noch sei er dabei, anhand der Einlagerungsverträge zu recherchieren, welche Kunde betroffen sind. „Wir werden uns dann umgehend bei ihnen melden“, so der Inhaber. Wie dann weiter verfahren wird, könne er noch nicht sagen, solange er nicht alles mit der Versicherung geklärt habe.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Seit sechs Jahren führt Riethmüller die Kfz-Werkstatt. Eine vergleichbare Tat habe er nie erlebt. „Die sind gezielt vorgegangen“, ist er sich sicher. So sei lediglich das Tor zum Reifenlager aufgebrochen wurden. Der 1,80 Meter hohe Zaun, der das Grundstück umgibt, sei auf den ersten Blick unbeschädigt geblieben. Deshalb gehe er davon aus, dass die Reifen von mehreren Personen über den Zaun gehoben wurden. Fraglich sei für ihn auch, wie das Diebesgut dann abtransportiert wurde. Nutzten die Unbekannten einen Transporter oder vielleicht mehrere Fahrzeuge?

„50 Reifensätze abzutransportieren, benötigt einer gewissen Planung“, bestätig eine Sprecherin der Polizei. Zudem sei davon auszugehen, dass es bereits Abnehmer für das Diebesgut gebe.

Am Tatort sei gutes Spurenmaterial gefunden worden. Zudem bitten die Beamten zur raschen Aufklärung der Tat dringend um Zeugenhinweise: „Wer hat im Tatzeitraum Täter vor Ort beobachtet oder einen größeren Transporter gesehen, der sich in der Nähe des Reifenlagers aufgehalten hat?“ Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon (0 39 41) 67 42 93 entgegen.