Halberstadt/Frankfurt/Main l Eine nagelneue Lufthansa-Maschine trägt demnächst wieder den Namen „Halberstadt“ – zwar nicht um die Welt, dafür aber durch Europa. Ein Airbus vom Typ A 320 der Fluggesellschaft wird nach der Kreisstadt des Landkreises Harz benannt, bestätigt Lufthansa-Presse­sprecher Wolfgang Weber.

Die Maschine sollte bereits Ende 2018 den Linien­dienst aufnehmen. Daraus ist jedoch leider nichts geworden. „Die Auslieferung des Flugzeugs hat sich verzögert. Sowohl Airbus als auch Boeing haben derzeit mit großen Problemen zu kämpfen, Fertigstellungstermine einzuhalten“, informiert Wolfgang Weber. Mitte Januar 2019 soll es nun soweit sein, dass das Flugzeug die Endfertigungshalle von Airbus in Hamburg-Finkenwerder verlässt und den Liniendienst aufnehmen kann. „Wenn wir das genaue Datum kennen, informieren wir die Stadtverwaltung Halberstadt“, betont der Sprecher.

Eine offizielle und feierliche Taufe auf den Namen „Halberstadt“ findet allerdings nicht statt. Wolfgang Weber begründet diesen Schritt: „Wenn Namen schon einmal an eine Lufthansa-Maschine vergeben waren, wie es im Fall von Halberstadt war, verzichtet Lufthansa aus Zeit- und Kostengründen auf eine erneute Flugzeugtaufe. Der Name wird unspektakulär auf das neue Flugzeug übertragen.“ Ausnahmen würde das Unternehmen nur selten machen. Zum Beispiel bei großen Maschinen wie dem Langstreckenflugzeug A 380, als das erstmalig zum Einsatz kam.

Alte "Halberstadt" flog bis 2014

Die Lufthansa taufte bereits 2004 ein Flugzeug vom Typ Canadair Jet CRJ 700 erstmals in einer feierlichen Zeremonie auf „Halberstadt“. Das Flugzeug flog bis 2014, war ebenfalls europaweit im Einsatz und ist nach der Außerdienststellung von der Lufthansa verkauft worden. Die Maschine fliegt immer noch, allerdings namenlos, so der Pressesprecher. „Das Schicksal vieler anderer alter Flugzeuge, ausrangiert auf einem großen Schrottplatz in Arizona/USA zu landen, ist dem Jet damit erspart geblieben“, sagt Wolfgang Weber.

Die Lufthansa-Group, die nach Angaben von Wolfgang Weber insgesamt über etwa 700 Flugzeuge verfügt, ein Drittel davon trägt Städtenamen, habe in den zurückliegenden Jahren ihre Flugzeug-Flotte kontinuierlich erneuert. Weit mehr als 100 Maschinen sind ersetzt worden, insgesamt sollen es bis zu 250 Maschinen werden. Viele ausrangierte Flugzeuge, die technisch immer noch in einem Top-Zustand sind, fliegen bei Lufthansa-Töchtern. Mit diesem Erneuerungsprozess stehen natürlich auch wieder viele Städte-Namen erneut zur Verfügung. Halberstadt gehört dazu.

Mit dem neuen Airbus sei die Stadt Halberstadt sogar befördert worden. Denn der Airbus ist mit einer Länge von 37,6 Metern, einer Spannweite von 34,1 Metern und mit etwa 168 Sitzplätzen wesentlich größer als der alte Jet, der nur 70 Passagiere befördern konnte.

Rathaus freut sich über Werbung

Im Halberstädter Rathaus ist die Freude groß, dass erneut eine „Halberstadt“ in die Luft geht. „Eine bessere Werbung für unsere Stadt ist kaum möglich“, sagt Thomas Rimpler, stellvertretender Oberbürgermeister. „Wir würden uns freuen, wenn die Crew unsere schöne Stadt besuchen würde. Eine entsprechende Einladung werden wir noch verschicken.“

Lufthansa-Flugzeuge zu taufen sei eine Tradition bei der Kranich-Linie, berichtet Wolfgang Weber. Begründet wurde sie 1960 mit der Taufe des ersten Lufthansa-Langstrecken­jets auf den Namen „Berlin“. „Damals nahm die Taufe der Regierende Bürgermeister Berlins, Willy Brand (SPD), persönlich vor“, so der ­Lufthansa-Sprecher. Bis 1990 seien Flugzeuge nur nach ­Bundesländern benannt worden. Als die alle vergeben waren, folgten die großen Städte für die größeren Maschinen, später die kleineren Städte wie Halberstadt für die kleineren Maschinen, erklärt Wolfgang Weber.