Halberstadt l Im Halberstädter Rathaus schlugen nach dem Vorwurf von Anwohnern die Wellen hoch. Hat die Verwaltung Bauschutt ins Wohngebiet gekippt? Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) bestritt in einer Pressemitteilung den Vorwurf, dass die Verwaltung weder Bürger noch Abgeordnete ernst nehmen würde und nahm die ­Vorgehensweise seiner Mitarbeiter im Fall der Schuttablagerung in der Beethovenstraße in Schutz.

Sauer auf Verwaltung

Anwohner kritisierten die Stadt scharf. Anlass dafür war, dass die Verwaltung einem Unternehmen erlaubte, Schutt von einem privaten Bauvorhaben in einer Nachbarstraße direkt auf eine grüne Wiese zwischen zwei Einfamilienhäusern an der Beethovenstraße abzukippen. Das empörte die Anwohner. Auf die Spitze trieb sie der Fakt, dass sie im Vorfeld darüber nicht informiert worden.

Man habe reagiert

In kürzester Zeit habe die Stadtverwaltung auf die Hinweise von Sylvia Stech und der Familie Jäger, die direkt neben der Schutthalde wohnen, reagiert, heißt es hingegen aus dem Rathaus. Am Freitagvormittag ­­ (6. September) sei ihr Protest-Schreiben in der Liegenschaftsabteilung und im Büro des Oberbürgermeisters eingegangen. Noch am Freitagvormittag hätten Mitarbeiter den Sachverhalt und die Rechtslage in einem Telefonat erläutert und versucht, Bedenken auszuräumen. Die Schuttablagerung begann jedoch bereits ein, zwei Tage davor, ohne dass die Betroffenen darüber von der Stadt in Kenntnis gesetzt wurden.

In einem Telefongespräch räumte am gestrigen Donnerstag Andreas Henke auf Nachfrage ein: „In der Tat, in der Nachbetrachtung hätte es frühzeitig Hinweise geben müssen.“

Vielleicht was gelernt

Sylvia Stech berichtet, dass der OB am Tag der Veröffentlichung des Volksstimme-Berichts sie abends persönlich anrief und sich für die ganzen Unannehmlichkeiten entschuldigt habe. Dies bestätigte Andreas Henke gestern. Der OB habe ihr gesagt, dass die Verpachtung des umstrittenen Grundstücks am 20. September endet. „Auf meine Anfrage versicherte er mir, in einem Schreiben zu bestätigen, dass die Stichstraße in Zukunft nicht mehr für diese Zwecke verpachtet wird. Dann werden uns die Arbeiten zwar noch eine Woche massiv ärgern, aber es wiederholt sich hoffentlich nicht mehr. Das wäre ein toller Erfolg, den ich mit Sicherheit auch der Volksstimme zu verdanken habe. Recht vielen Dank“, schrieb Sylvia Stech in einer E-Mail an die Redaktion.