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Blaulicht-Zentrum Auch DRK-Rettungsdienst zieht an den Osterwiecker Stadtrand

Nach fast einem halben Jahrhundert in der Altstadt bekommt die Rettungswache bald einen neuen Standort.

Von Mario Heinicke 29.11.2025, 10:00
Noch herrscht im Vordergrund Wildwuchs, doch schon bald will hier gegenüber der neuen Feuerwehr das DRK für seinen Rettungsdienst eine neue Rettungswache bauen.
Noch herrscht im Vordergrund Wildwuchs, doch schon bald will hier gegenüber der neuen Feuerwehr das DRK für seinen Rettungsdienst eine neue Rettungswache bauen. Foto: Mario Heinicke

Osterwieck. - Wenn am Sonnabend, 29. November, die Osterwiecker Feuerwehr ihr vor drei Wochen eingeweihtes Gerätehaus im Gewerbegebiet Lüttgenröder Straße beziehen und somit von hier aus ihre Einsätze fahren wird, ist das der zweite Schritt zu einem einzigartigen Blaulicht-Zentrum, über das die Ilsestadt bald verfügt.

Vor einigen Monaten waren – sozusagen als erster Schritt – schon die ehrenamtlichen Sanitäter der DRK-Bereitschaft vis-à-vis vom neuen Gerätehaus gezogen. Das Blaulicht-Zentrum komplett machen wird in wenigen Monaten die Rettungswache des DRK. Das sind die hauptamtlichen Sanitäter, die in Osterwieck rund um die Uhr für medizinische Notfälle im Dienst sind. Dafür allerdings muss der DRK-Kreisverband Quedlinburg-Halberstadt noch im Gewerbegebiet bauen.

Dass Feuerwehr und Rettungsdienst hier am westlichen Stadtrand Nachbarn werden, war indes nicht von langer Hand geplant, sondern hat einen anderen Grund.

Seit dem Bau des Medizinischen Zentrums in der Kapellenstraße um 1980 herum ist die Osterwiecker Rettungswache dort stationiert. Das blieb auch nach der Wende und der Auflösung des Medizinischen Zentrums so, als dort aber weiterhin selbstständig tätige Ärzte praktizierten.

Seitdem ist die Rettungswache für ein Fahrzeug mit Besatzung konzipiert gewesen. Dieses Jahr hatte der Landkreis als Träger des Rettungsdienstes eine Neuausschreibung für die verschiedenen Standorte auf den Weg gebracht. Angelegt für die nächsten neun Jahre. Darin ist verankert, dass in Osterwieck künftig zwei Rettungswagen für den täglichen Dienst im Einsatz sein müssen. Das DRK hat den Zuschlag für Osterwieck bekommen, wie übrigens auch für Eilenstedt und Halberstadt.

Für Osterwieck heißt das ganz praktisch: Das DRK benötigt eine zweite Garage und mehr Aufenthaltsräume für die im Dienst befindlichen Sanitäter.

Der Kreisverband schaute nach Alternativen, vor allem das nun von der Feuerwehr nicht mehr benötigte Gerätehaus in der Ernst-Thälmann-Straße schien interessant. Doch der notwendige Umbau, so berichtete DRK-Kreisgeschäftsführer Bernd Bergmann im Volksstimme-Gespräch, wäre zu aufwändig gewesen.

Jetzt also geht es ins Gewerbegebiet, ans Rondell der Erschließungsstraße. „Der Standort hat uns gefallen.“ Einen positiven Nebeneffekt sieht Bernd Bergmann auch darin, dass hier draußen niemand wohnt, Rettungswagen mit Martinshorn würden keine Anwohner der Rettungswache mehr stören.

Momentan sei das Grundstück, das die Stadt Osterwieck an das DRK verkauft, im Eigentumsübertrag. Bis alles vollzogen sei, habe das DRK das Areal gepachtet, so dass die Bebauung kurzfristig möglich sei. Derzeit werde der Bauantrag einschließlich Vermessung und Bodengutachten erarbeitet. Dieser solle in Kürze zur Genehmigung eingereicht werden. Geplant sei eine Modulbauweise, die alle Voraussetzungen erfülle. „Eine Standardlösung für Rettungswachen“, so Bergmann. Was den Vorteil hätte, dass der Bau selbst nur etwa zwei Monate dauern würde.

Die neue Struktur mit dem zweiten Fahrzeug tritt bereits zum 1. Januar in Kraft. Bis der Neubau fertig ist, „werden wir eine Übergangslösung finden“, sagte der Kreisgeschäftsführer. Der zweite Wagen wird übrigens nicht rund um die Uhr im Dienst sein. Dessen Zeiten sind Montag bis Donnerstag, Sonnabend und Sonntag jeweils von 7 bis 19 Uhr sowie Freitag von 7 bis 23 Uhr.