Halberstadt l Marcella Lange und ihr Team der Berufsberatung finden es bedauerlich, dass nur jeder Dritte der 275 Eingeladenen die Chance der jüngsten Ausbildungsplatzbörse für sich nutzte beziehungsweise sich bei den Mitarbeitern meldete.

Für Jugendliche, die für dieses Jahr bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, richtete die Halberstädter Arbeitsagentur gemeinsam mit Vertretern der Handwerkskammer Magdeburg und der Kreishandwerkerschaften eine gemeinsame Veranstaltung aus.

Wenige Bewerber kamen

Der diesjährige Aktionstag stand bei den bislang unversorgten Frauen und Männern allerdings offensichtlich nicht „hoch im Kurs“, resümierte Behördensprecher Daniel König. Nur 50 von 275 eingeladenen Bewerbern folgten der Einladung in die Halberstädter Arbeitsagentur. Weitere 50 meldeten sich in der Berufsberatung ab, weil sie mittlerweile einen Job gefunden haben.

König: „Die Chancen, in diesem Jahr eine Lehrstelle in der Region zu finden, stehen recht gut.“ Aktuell sind fast 700 der beim Arbeitgeber-Service gemeldeten Lehrstellen im Landkreis Harz unbesetzt. Deshalb präsentierten die Berufsberater auf der Börse gemeinsam mit den Partnern die breite Palette von Ausbildungsmöglichkeiten in den verschiedenen attraktiven Berufen.

Nahezu überall besteht derzeit noch die Chance, eine Ausbildung zu finden. Das gilt speziell für das Handwerk und die Gastronomie/Hotellerie. Aber auch in Berufen der Landwirtschaft und Tierpflege, im Bereich Verkehr/Logistik/Schutz und Sicherheit sowie in Metall- und Elektroberufen oder in Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsberufen sind noch freie Stellen gemeldet. Darunter befinden sich auch etliche Wunschberufe.

Dennoch zufrieden

Warum nur so wenig Jugendliche das Angebot der Börse nutzten, obwohl noch viele auf der Suche sind, können sich die Berufsberater laut König nicht erklären. Trotz dieser verhaltenen Besucherresonanz ist Marcella Lange, Teamleiterin der Berufsberatung der Halberstädter Arbeitsagentur, eigenen Angaben nach mit der diesjährigen Börse zufrieden.

Sie sagte: „Alle Bewerber waren gut vorbereitet und hatten ihre Unterlagen und Schulzeugnisse dabei.“ Und: „So konnten besonders denen mit guten Schulabschlüssen viele attraktive freie Ausbildungsplätze unterbreitet werden. In den meisten Fällen sogar mehrere Vorschläge gleichzeitig. Aber auch vermeintlich schwächeren Bewerbern konnten wir Alternativberufe vorstellen und Wege zur Ausbildung aufzeigen.“

Die Teamleiterin: „Schade, dass durch das offensichtlich geringe Interesse wieder der Eindruck entsteht, dass viele Jugendliche ihre guten Chancen auf eine betriebliche Ausbildung nicht aktiv beziehungsweise nicht rechtzeitig genug nutzen.“ Wer jetzt noch sucht, sollte nicht resignieren, sondern aktiv die Hilfe der Experten in Anspruch nehmen. Und wer bislang noch keinen Kontakt zur Berufsberatung hat, sollte spätestens jetzt handeln.

Marcella Lange: „Die Lage auf dem Harzer Ausbildungsstellenmarkt ist für die Bewerber momentan weiter äußerst günstig, sofern man flexibel und aufgeschlossen ist und sich kümmert.“ Viele Unternehmen suchen noch händeringend nach neuen Auszubildenden. Eine Vermittlung zum Sommer oder Herbst in eine Lehre ist durchaus in vielen Berufen weiter möglich.

Persönliches Gespräch

Übrigens: Ein persönliches Gespräch mit ihrem Berufsberater können Jugendliche und deren Eltern montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter der gebührenfreien Telefon-Hotline 08 00/ 4 55 55 00 vereinbaren.

Speziell die Frauen und Männer, die bisher ab August beziehungsweise September noch keine Perspektive für sich haben, sollten jetzt keine weitere Zeit ungenutzt verstreichen lassen und sich auch in den Sommerferien professionell unterstützen lassen, sagte Marcella Lange.