Halberstadt/Klein Quenstedt l „Ein Satz im Beschluss, eine Abstimmung und in drei Sekunden ist alles erledigt. So einfach können wir uns das an dieser Stelle nicht machen“, sagte Oberbürgermeister Andreas Henke, nachdem die Stadtratsmitglieder einstimmung dem Antrag auf Abberufung von Hubertus Baer aus dem Ehrenbeamtenverhältnis auf Zeit gefolgt war. Der Klein- Quenstedter Ortsbürgermeister hatte am 24. Oktober darum gebeten, vorzeitig von seiner Funktion entbunden zu werden.

Wie bei den Wehrleitern sind auch Ortsbürgermeister Beamte im Ehrenverhältnis, die für einen bestimmten Zeitraum gewählt werden. „Wir müssen mit Respekt und Anerkennung für seine Leistung diesen Antrag zur Kenntnis nehmen“, hatte Ratspräsident Volker Bürger vor der Abstimmung gesagt. Mit dem einstimmigen Votum des Stadtrates endet die Amtszeit von Hubertus Baer zum 3. Dezember.

1990 wurde Baer Bürgermeister seines Ortes, 1994 wählten die Klein-Quenstedter den CDU-Mann erneut in dieses Amt. Ab 1996, nach der freiwilligen Eingemeindung nach Halberstadt fungierte Baer als Ortsbürgermeister. Doch kommunalpolitisch ist der 1938 geborene bereits viel länger ­aktiv gewesen. 1963 wurde er in den Bezirkstag Magdeburg gewählt, damals war Baer Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands. Baer habe sich in die Pflicht nehmen lassen, seinen Dienst so lange es geht auszuüben, doch jetzt wolle er seine Funktion in jüngere Hände legen.

In Anerkennung seines langjährigen Wirkens ist Baer am Donnerstag die ­Verdienstmedaille der Stadt verliehen worden und der scheidende Ortsbürgermeister trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

"Meilensteine" in Halberstadt

Henke erinnerte in seiner Laudatio an einige „Meilensteine“, die mit dem Wirken ­Baers verbunden sind – der Bau des Radweges zwischen Klein Quenstedt und Halberstadt, der Ausbau des Dorfgemeinschaftshauses und das neue Feuerwehrgerätehaus sowie die Sanierung der Straße der Freundschaft. Sein Stadtratsmandat wird Hubertus Baer weiterhin wahrnehmen.