Halberstadt l Es gab so viele positive Reaktionen, dass schnell klar war: es gibt eine Wiederholung. „Diesmal aber an einem Freitagabend, damit auch Berufstätige das Angebot nutzen können“, sagt Chris Schöne, der gemeinsam mit seinem Bruder Patrick Schöne und einem Kreis engagierter Geschichtsfreunde eine zweite Sommerbad-Ausstellung vorbereitet.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr sei er viele Wochen später noch von Gästen angesprochen worden, berichtet Chris Schöne, und das beileibe nicht nur von Älteren und nicht nur von Halberstädtern. Das 1927 eröffnete Sommerbad war nicht nur fürs Freizeitvergnügen gebaut worden, sondern diente auch als Trainingsstätte für Turmspringer und Schwimmer.

Heute ist von dem Schwimmstadion nichts mehr zu sehen – außer dem alten hölzernen Eingangsbereich und zwei Umkleidekabinen. Originalstücke aus der Zeit der Bad-Eröffnung im Jahr 1927, die die Gastronomenfamilie Schöne nach der Schließung 1994 retten konnte. Auch wenn sich mancher Halberstädter mit Wehmut an die Sommer im Freibad erinnere, „es wäre heute nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben“, sagt Schöne, „die Ansprüche haben sich geändert und Freibäder kämpfen überall in der Region ums Überleben. Viele werden nur dank des ehrenamtlichen Engagements zahlreicher Bürger am Leben erhalten.“

Ehrenamtlich aktiv sind auch jene, die die zweite Ausstellung mit Sommerbad-Menü am 14. Juni unterstützen. Stadtratspräsident Dr. Volker Bürger (CDU). wird bei der von 17 bis 19 Uhr geplanten Veranstaltungen die Begrüßungsrede halten, Knut Schneider widmet sich ein einem reich bebilderten Vortrag der Geschichte des Sommerbades, Jürgen Westphal zeigt Filme und Thomas Kleemann präsentiert historische Fotos und Postkarten mit Ansichten des Sommerbades und der Stadt. „Ohne die hilfreiche Unterstützung der Freunde des Sommerbades ginge es nicht“, betont Chris Schöne, „und auch nicht ohne die vielen Leihgeber“. So sind weitere Objekte in die Sammlung gekommen, stolz präsentiert Chris Schöne einen alten Stöpsel aus einem der Becken. Auch die aus dem 1930er Jahren stammende Männerbadehose und eine Schwimmkappe aus den 1960er Jahren gab es als Leihgabe.

„Jetzt sind wir auf der Suche nach Informationen zu den ehemaligen Bademeistern“, sagt Schöne. Den beiden Brüdern schwebe eine Art Ahnengalerie vor mit Namen und wenn möglich Fotos derer, die mit ihrer Arbeit den Badebetrieb überhaupt erst ermöglichten. „Das wird ja oft vergessen“, sagt Schöne. Auch alte Eintrittskarten und Schilder sind gern gesehene Leihgaben für den Sommerbad-Erinnerungsabend, den es nur am Freitag, 14. Juni, geben wird.

Karten fürs Baden in Erinnerungen samt Erinnerungsbufett können in der Gaststätte Am Sommerbad, Telefon (0 39 41) 44 31 23, erworben werden.