Halberstadt (vs) l Erneut haben Kinder in unmittelbarer Nähe zu Bahngleisen gespielt und damit in Halberstadt einen Einsatz der zuständigen Bundespolizei ausgelöst. Nach Angaben einer Behördensprecherin hatte der Lokführer eines durchfahrenden Zuges am Sonntag gegen 16 Uhr Kinder bemerkt, die Steine auf die Schienen legten und daraufhin sofort die Notfall-Leitstelle der Bahn informiert. Eine alarmierte Streife des Bundespolizeireviers Halberstadt sei daraufhin an die Strecke Halberstadt-Magdeburg geeilt, um die Kinder aus den Gefahrenbereich zu holen. Parallel dazu erhielt der gesamte Bahnverkehr in dem Abschnitt einen Langsamfahrbefehl, um beim Auftauchen der Kinder schneller abbremsen zu können.

Vor Ort trafen die Beamten zwei neun und zwölf Jahre alte Mädchen und zwei Jungen im Alter von zwölf und 13 Jahren außerhalb der Gleise an. Auf Nachfrage habe einer der Jungen zugegeben, Steine auf die Schienenköpfe gelegt zu haben. Auf einem Schienenstrang in Fahrtrichtung Magdeburg entdeckten die Beamten Anhaftungen von Steinmehl. „Glücklicherweise blieben die Kinder unverletzt und es kam weder am Gleiskörper noch an dem betroffenen Zug zu Beschädigungen“, so die Polizeisprecherin weiter. Die Kinder seien von den Einsatzkräften eindringlich belehrt und anschließend den jeweiligen Erziehungsberechtigten übergeben worden.

Da solche Aufenthalte im Gleisbereich keine Seltenheit darstellten, weist die Bundespolizei noch einmal mit Nachdruck auf die damit verbundenen Gefahren und mögliche schwerwiegende Folgen hin: Züge nähern sich oft fast lautlos und werden oft sehr spät wahrgenommen. Zudem sei die Sogwirkung enorm und im Zweifelsfall die Bremsstrecke extrem lang. So habe ein 1200 Tonnen schwerer Zug, der mit Tempo 100 fährt, einen Bremsweg von über 1000 Metern, so die Polizeisprecherin. Zudem gehe von Steinen auf den Schienenköpfen eine weitere Gefahr aus, denn sie könnten beim Überfahren des Zuges weggeschleudert werden und eine Geschosswirkung entfalten. „Daher kann auch der Aufenthalt in der Nähe der Gleise verheerende Folgen haben.“ Die Bundespolizei bittet Eltern, Kinder für diese Gefahren zu sensibilisieren.