Halberstadt l Am Dienstag nach Ostern war für viele Auto- und Lkw-Fahrer in Halberstadt ein böses Erwachen angesagt: Die B 79 (Quedlinburger Landstraße) war plötzlich dicht, weil die Deutsche Bahn die Sicherungstechnik am Bahnübergang auswechseln und die Straße sanieren lässt. Viele fuhren trotz Ausschilderung zunächst in die Sackgasse hinein, um dann mühsam wenden zu müssen. Doch war die Sperrung tatsächlich so überraschend?

Eigentlich nicht. Schon Tage vorher waren große Hinweisschilder für die Umleitungsstrecke aufgestellt und an den neuralgischen Punkten Baustellen-Ampeln installiert worden. Trotzdem rollten am Tag X zig Verkehrsteilnehmer in die „Falle“. Den Grund machten nicht nur viele Autofahrer in der eher lückenhaften und verspäteten öffentlichen Ankündigung aus. Auch im Rathaus sieht man anhand dieses Beispiels Defizite.

Konsequenz für die Verwaltung: „Wir wollen im Sinne des Bürgerservice‘ versuchen, das in der Zukunft zu verbessern“, so Stadtsprecherin Ute Huch. Die Verwaltung sehe sich hierbei in einer Schlüsselposition – auch wenn sie, wie im konkreten Fall, dafür gar nicht verantwortlich sei.

Straßenbauarbeiten, Verkehrseinschränkungen und oft Vollsperrungen mit Umleitungen. „Das ist für die Verkehrsteilnehmer fast immer mit Stress und Zeitaufwand verbunden, aber leider nicht zu vermeiden“, so Ute Huch. Um so wichtiger sei es deshalb, die Betroffenen rechtzeitig und umfassend zu informieren.

Der aktive Part liege dabei längst nicht immer bei der Stadt, stellt die Verwaltungssprecherin klar. „An solchen Projekten sind fast immer mehrere Partner beteiligt. Bei Bundes-, Landes- oder Kommunalstraßen gibt es obendrein unterschiedliche Baulastträger und Auftraggeber“, betont sie. Das könnten beispielsweise die Landesstraßenbaubehörde (LSBB), Kreis- oder Stadtverwaltung, die Abwassergesellschaft Halberstadt, die Stadtwerke oder die Telekom sein.

Genau hier komme es mitunter zu Problemen. Zwar werde stets festgelegt, wer für die Information von Öffentlichkeit und Anliegern zuständig sei, erklärt Ute Huch. In der Realität, das wissen viele Autofahrer nur zu gut, kann es dennoch passieren, dass die öffentliche Information zu spät, zu ungenau oder gar nicht erfolgt.

Button für Baustellen auf der Startseite

Hier will die Stadt ansetzen und künftig das Problem der Bekanntmachung noch stärker ins eigene Blickfeld rücken. „Bürger und Verkehrsteilnehmer unterscheiden schließlich nicht, wer für Bauarbeiten, Sperrung, Umleitung und Bürgerinformation zuständig ist“, erinnert die Pressesprecherin. „Zuallererst wird die Kommune, in der gebaut wird, in der Verantwortung gesehen. Auch wenn das nicht immer – wie beispielsweise beim Bahnübergang – tatsächlich so ist.“

Trotzdem will die Stadt nun von sich aus aktiv werden: „Wir streben an, über alle Straßenbauarbeiten im Stadtgebiet, die mit Vollsperrungen verbunden sind, in der Presse und in unseren Online-Medien rechtzeitig zu informieren. Und zwar unabhängig davon, ob die Stadt zuständig ist oder nicht“, kündigt Ute Huch an.

Darüber hinaus gebe es auf der Internetseite der Stadt Halberstadt (www.halberstadt.de) gleich auf der Startseite einen Button „Baustelleninformation der Stadt Halberstadt“ und eine direkte Verlinkung zum Baustellen-Info-Service des Landes.