Schachdorf Ströbeck l Ortsbürgermeister Jens Müller (SPD) schob das Projekt an. „Unsere Ortschaftsräte waren mit mir einer Meinung, dass die Turmuhr nicht nur kirchlichen Zwecken dient, sondern auch eine große Bedeutung für die Bevölkerung hat“, sagte er. Die Stadtverwaltung sah dies allerdings anders, so konnte von dort keine Hilfe erwartet werden, berichtet Müller.

Müller setzte auf Nachahmer

Mit einer Spende von 1.000 Euro setzte sich Müller an die Spitze der Aktion und hoffte, dass einige Bürger aus dem Ortsteil dem Beispiel folgen und die Sanierung ebenfalls unterstützen. Dieser Plan ging auf. Beim Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates (GKR) Eckhard Schellbach-Will gingen Spenden ein, unter anderem vom Kirchenkreis, von Ströbecker Bewohnern und von der Jagdgenossenschaft.

Eigens Spendenbox gefertigt

Um die benötigte Summe von insgesamt rund 8.000 Euro zusammen zu bekommen, gab es auch von Hans-Gerhard Burk Unterstützung. Der Inhaber der Dege Bau GmbH & Co. KG bat anlässlich seines 80. Geburtstages die Gäste, statt Blumen eine Spende für die Turmuhr mitzubringen. Auch im örtlichen Skatklub und beim Seniorenverein stellte Burk eine Spendenbox auf. „Die hatte Wilfried Grimm extra bemalt und fest vernietet“.

Tolles Ergebnis

Im Beisein des Ortsbürgermeister Müller und des GKR-Vorsitzenden Schellbach-Will wurde diese Büchse nun mit einem Bohrer geöffnet und das Geld gezählt. 440 Euro hatten sich darin angesammelt, 815 Euro kamen bei der Geburtstagsfeier als Geschenk zusammen. Weitere 200 legte der Jubilar noch drauf, sodass jetzt mit fast 1.500 Euro die Sammlung für die Kirchturmuhr erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

An Kirche ist viel zu tun

„Ich freue mich, dass mein Aufruf so erfolgreich umgesetzt wurde“, sagte Jens Müller. Jetzt könne man optimistisch an die nächsten Aufgaben gehen. „Es gibt doch einen erheblichen Reparaturstau an unserer Kirche“, erläuterte Eckhard Schellbach-Will. Zunächst müssten dringend die Schallluken für die Glockenstube erneuert werden. Dazu gehören Tischlerarbeiten und Steinmetze müssten Schäden am Mauerwerk beseitigen.

In den vergangenen zehn Jahren wurden alle kleinen Fenster der Kirche erneuert. Bei den großen sind drei geschafft, zehn warten noch auf die Sanierung - Kosten je 20.000 Euro. Dege-Geschäftsführer Hans-Gerhard Burk, der mit seinem Team in der Region tätig ist, will auch künftig „am Ball bleiben“, versprach er bei der Spendenübergabe.