Traditioneller Neujahrsempfang der Gemeinde Calvörde mit Gästen aus Politik und Wirtschaft

Bürgermeister Volkmar Schliephake sieht riesiges Potenzial in der Tourismusbranche

Von Anett Roisch

Worte, Sekt und Schnittchen hat es beim Neujahrsempfang der Gemeinde Calvörde gegeben. Ein ehemaliger Einkaufsmarkt an der Geschwister-Scholl-Straße hat sich in einen Markt der Kommunikation verwandelt.

Calvörde l Zu einem spannenden Austausch zwischen Politik und Wirtschaft hieß Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) über 170 Gäste willkommen. Für ein festliches Ambiente sorgten fünf junge Musiker der Musikschule des Landkreises Börde.

Unter den vielen Gästen war auch Staatssekretärin Anne-Marie Keding (CDU) vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Sachsen-Anhalt. Lang war die Liste der Ehrengäste, zu denen Börde-Landrat Hans Walker (CDU), der Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens (CDU) und die Landtagsabgeordnete Rita Mittendorf (SPD) gehörten.

Neben den Politikern wurden im Besonderen Vertreter aus Handel und Gewerbe sowie die Gemeinderäte, die Ortsteilbeauftragten und Ortswehrleiter begrüßt. Besonders freute sich Schliephake über die Präsens der 35 Vereine, die maßgeblich das öffentliche Leben der Gemeinde gestalten.

Das Heimatgefühl zu fördern, gehöre zu den Aufgaben der Gemeinde. "Gerade hierzu gab es vor der Gebietsreform allergrößte Bedenken", so Schliep-hake. Diese Sorgen hätten sich zerschlagen und sich eher in das Gegenteil gewandelt. "In allen Orten ist reges öffentlichen Leben zu verspüren", zog der Bürgermeister Bilanz. Er dankte den Vereinen, die insgesamt über 1000 Mitglieder haben.

Mit dem Blick auf die demographische Entwicklung sagte Schliephake: "Die Gemeinde ist ein interessantes Lebensdomizil. Wir können sehr stolz sein, dass wir alle lebenswichtigen Dienstleistungen von der medizinischen Versorgung bis zum konsumierenden Gewerbe anbieten können. Leider haben wir aber auch in den letzten fünf Jahren einen Einwohnerschwund von 6 Prozent zu verzeichnen."

Zur Zeit leben in der Gemeinde 3722 Menschen. "Es gibt dort insgesamt etwa 1500 Arbeitsplätze", verkündete er.

Sorgen bereiten der Gemeinde die Finanzen: "Auch wenn die Rahmenbedingungen vermeintlich günstig erscheinen, sind wir finanziell längst nicht so ausgestattet, um alle Ideen zu realisieren. Über 90 Prozent der Einnahmen braucht die Gemeinde, um sich zu verwalten. Und nicht einmal zehn Prozent bleiben zum Gestalten übrig." Deshalb hätten die Bürger auch das Recht, dass die Verwaltungsleistungen sich nicht verschlechtern.

Zu den kommunalpolitischen Schwerpunkten zähle die Förderung der Wirtschaft und der Tourismusbranche. Zu den Vorhaben gehört der Bau des Sportboothafens, der kurz vor seiner Fertigstellung stehe. Schwerpunkt für 2013 sei der Ausbau der Landesstraße 24 in Wegenstedt. Das ist ein gemeinsames Bauvorhaben mit dem Land Sachsen-Anhalt. Außerdem stehe der Ausbau der Nebenanlagen der Neustadtstraße in Calvörde und des ehemaligen Kindergartens in Elsebeck als Dorfgemeinschaftshaus an. Unter anderem soll das Sekundarschulgebäude modernisiert werden.

Staatssekretärin Anne-Marie Keding sagte mit dem Blick auf die Liste der Investitionen: "Wir bemühen uns, diese Vorhaben zu begleiten, indem wir Fördermittel für den ländlichen Raum - auch in den Bereichen der Dorferneuerung und Flurbereinigung - aber auch für den ländlichen Tourismus zur Verfügung stellen." Im Lauf der letzten Förderperiode der EU seien in der Gemeinde 1,3 Millionen Euro investiert worden.

"Calvörde ist auf einem guten Weg", betonte Landrat Walker. Er verwies darauf, dass der Landkreis der wirtschaftlich stärkste Kreis in Sachsen-Anhalt sei. "Auch wenn wir insgesamt spüren müssen, dass gegenwärtig die Entwicklung ein wenig stagniert. Gemeinsam müssen wir handeln, um gesellschaftlich und wirtschaftlich weiter erfolgreich zu sein", sagte Walker und betonte: "Calvörde ist ein Bestandteil der Gesamtentwicklung unseres Kreises." Das was wirtschaftlich passiert, sollte nicht dem Zufall überlassen, sondern gezielt gestaltet werden. "Die Herausforderungen des demographischen Wandels müssen wir meistern. Die Menschen sollen sich in der Region wohl fühlen", blickte Walker voraus und dankte den vielen Vereinen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Unter dem Titel "Die touristische Vermarktung des Drömlings als Modellregion für das Zusammenwirken von Mensch und Natur" hielt Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung, einen Vortrag. Er sieht zum Beispiel in der Gastronomie und in der Vermarktung von Rindfleisch noch einen großen Markt, der erschlossen werden kann. Braumann appellierte an die Anwesenden zu helfen, den touristischen Bereich weiter mit auszubauen.