Hedersleben l Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 waren Gärtnereien und Baumärkte einige der wenigen Geschäfte, die offen bleiben durften. Das ist diesmal anders. Am 16. Dezember musste aufgrund der Corona-Regeln auch die Gärtnerei Fehse in Hedersleben ihre Pforten schließen, sagt Lars Fehse. Zusammen mit seiner Schwester Silke Weigelt führt er den Betrieb.

„Die Monate Januar und Februar sind sonst auch eher ruhig“, sagt der 43-Jährige. Da ist es kalt und im Garten kann noch nicht viel getan werden. Daher könne das Familienunternehmen die Schließung bisher verkraften. Wenn die Gärtnerei jedoch auch im März und April nicht öffnen dürfe, wisse er nicht, was er mit den vielen Frühlingsboten wie Stiefmütterchen und Primeln machen soll. Denn diese sind bereits herangewachsen, warten darauf verkauft und in die Erde gebracht zu werden. Um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben, biete er im Moment einen Lieferservice im Umkreis von fünf Kilometern an, so Fehse. Hin und wieder würde ein Kunde einen Geburtstagsstrauß oder ein Gesteck für eine Beerdigung bestellen.

Übernommen haben er und seine Schwester die Gärtnerei im Jahr 2016 von ihren Eltern. „Die Gärtnerei habe ich nach der Wende gekauft“, sagt Karl-Heinz Fehse, der Vater der Geschwister. Damals gehörte sie zur LPG. Er selbst, so der 69-Jährige, habe zu DDR-Zeiten als Gärtnermeister in Hedersleben bei der Gemeinde gearbeitet.