Halberstadt (vs) l Seit dem 13. März steht das Feuerwehrleben in Halberstadt und den Ortsteilen still. „Alle Übungs- und Ausbildungsdienste, Veranstaltungen, Versammlungen, Sitzungen und Treffen der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, der Kinder- und Jugendfeuerwehren und der Alters- und Ehrenabteilungen wurden abgesagt“, berichtet Chris Buchold. „Sogar der geplante Grundausbildungslehrgang für angehende Einsatzkräfte musste ausfallen“, so der Feuerwehrsprecher weiter.

Die Kameradinnen und Kameraden der aktiven Einsatzabteilung kommen nur im Falle eines Einsatzes zusammen. Besonders stark zu spüren bekomme diese „Entfremdung“ vor allem die Kameradschaft zwischen den Kräften. „Ein Einsatz ist nicht mehr nur die reine Alarmierung der Freiwilligen und die Bearbeitung der Einsatzlage, sondern, besonders in der jetzigen Situation, eine schon fast ersehnte soziale Interaktionsmöglichkeit zwischen den Kameradinnen und Kameraden“, schildert Buchold seine Wahrnehmung während der vergangenen Einsätze.

Selbst auf die Einsätze wirken sich die Corona bedingten Beschränkungen aus. So dürfen die Fahrzeuge zurzeit nicht vollständig besetzt werden, um die mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern und damit im Falle einer Infektion so wenig Personen wie möglich in Quarantäne schicken zu müssen. „Wann zum normalen Dienstbetrieb zurückgekehrt werden kann, ist noch immer ungewiss und doch wird der Neustart von allen Feuerwehr-Angehörigen sehnsüchtig erwartet“, sagt Chris Buchold.

Bei der Hauptberuflichen Wachbereitschaft geht der Dienstbetrieb unter gewissen Vorkehrungen halbwegs normal weiter. Aber auch hier sind nur noch feste Schichtgruppen im Einsatz, gibt es bei der Wachablösung neue Vorgehensweisen. Vom Feuerwehralltag können die freiwilligen Einsatzkräften hingegen nur träumen. In der Ortsfeuerwehr Halberstadt ist man laut Buchold deshalb aktiv und erfinderisch geworden. Ortswehrleitung und Presseabteilung haben zum Beispiel auf dem YouTube-Kanal der Feuerwehr die „Online-Dienstabende“ eingeführt. Unter Beachtung aller geltenden Hygiene- und Abstandsregeln haben sich Ortswehrleiter Martin Schulz, sein Stellvertreter Andreas Braumann und die Pressesprecher Chris Buchold und Pascal Scholz zu Dreharbeiten getroffen und bisher acht Videos produziert, berichtet Buchold. Diese wurden und werden den Kameradinnen und Kameraden wöchentlich über einen Link zur Verfügung gestellt. „Jeder Kamerad hat die Möglichkeit der persönlichen Fortbildung zu Hause, auch wenn dies die Praxis natürlich nicht ersetzen kann“, so der Wehrsprecher.

„Die Pandemie hat uns allen gezeigt was wirklich wichtig ist in unserer Gesellschaft. Sowohl positive als auch kritikwürdige Punkte haben sich in allen Bereichen unseres Lebens aufgetan. Dennoch ist bemerkenswert, wie schnell und reibungslos die Umstellung von alltäglichen Abläufen in den Feuerwehren zu einem Not-Modus funktioniert hat. Dies zeigt ein sehr hohes Maß an organisatorischem Geschick und Kreativität, was von allen Kameradinnen und Kameraden positiv aufgenommen wurde“, fasst Buchold zusammen.

Alle hofften auf ein baldiges Ende dieser schweren, Corona geprägten, Zeit und den Neubeginn des Ausbildungsbetriebes. Buchold: „Wir gehen mit Stolz voran, Mitglieder einer solch gut organisierten Feuerwehrgemeinschaft zu sein“.