Stadt Osterwieck l „Ich bitte um Verständnis“ erklärte Bürgermeisterin Wagenführ (Buko) gegenüber der Volksstimme, „die oberste Prorität hat die Eindämmmung des Corona-Virus. Die Kinderbetreuung ist nur in ausdrücklichen Notfällen möglich.“

Die Kindertagesstätten, Horteinrichtungen und Schulen in der Stadt Osterwieck werden von heute an bis Ostern geschlossen bleiben.

Eine Notbetreuung der Kinder aus den kommunalen Tagesstätten wird in zwei Einrichtungen jeweils von 6 bis 17 Uhr angeboten: „Am Langenkamp“ in Osterwieck und „Hollerbusch“ in Hessen. Darüber hinaus für Hortkinder im Hort „Sonnenklee“ Osterwieck sowie in der Kita „Hollerbusch“ in Hessen.

Wer seine Sprösslinge zur Notbetreuung schicken darf, hat die Stadtverwaltung klar definiert: Wenn beide Elternteile oder ein alleinerziehender Elternteil in einem Bereich arbeiten, „der für die Aufrechterhaltung der wichtigen Infrastrukturen notwendig ist und diese Eltern keine alternative Betreuung ihrer Kinder organisieren können“. Dazu gehören der Gesundheitsbereich (unter anderem Kliniken, Pflege, Unternehmen für Medizinprodukte), Versorgung (Energie, Wasser, Lebensmittel, Arznei), Justiz, Polizei, Feuerwehr, Erzieher, Lehrer.

Die Stadtverwaltung hat in einer Mitteilung betont, dass die Mitarbeiter der Kindereinrichtungen vor Aufnahme der Kinder die Voraussetzungen überprüfen. „Die Mitarbeiter wurden angewiesen, bei einem fehlenden Anspruch auf Notbetreuung die Aufnahme der Kinder zu verweigern.“

Eltern aus der Osterwiecker Awo-Kita „Kinderhaus der Ilse“ müssten sich unterdessen an ihren Träger wenden, sagte Bürgermeisterin Wagenführ auf Anfrage. Die Arbeiterwohlfahrt habe sich bisher nicht bei der Stadt gemeldet. „Im Notfall lassen wir aber keinen im Regen stehen.“

Unterdessen gab es nach der ersten Ankündigung der Kita-Schließungen in den sozialen Medien schon Fragen zu den Elternbeiträgen in der Zeit ohne Betreuung. Die Stadtverwaltung kann diese bisher nicht beantworten. „Wir werden diese mitteilen, sobald uns hierzu Erkenntnisse vorliegen.“

„Wir müssen das öffentliche Leben lahm legen. Wir schützen damit die Bürger“, betonte die Bürgermeisterin. „Die Bürger müssen den Ernst der Lage begreifen und in der Not zusammenrücken.“ Solch eine Situation wie jetzt habe noch keiner erlebt. Das betreffe auch die Arbeitgeber. „Das sind auch Bürger der Region.“

Dabei mahnt Wagenführ zur Ruhe und Besonnenheit. Auch bis Sonntag sei keine Corona-Erkrankung in der Einheitsgemeinde bekannt gewesen.

Weiterhin hat die Bürgermeisterin angewiesen, dass das Heimatmuseum und die Stadtbibliothek Osterwieck, die Dorfgemeinschaftshäuser, Sportlerheime sowie alle weiteren öffentlichen Einrichtungen zunächst bis zum 13. April geschlossen bleiben. Dazu gehören auch die Turn- und Sporthallen in Osterwieck, Hessen, Dardesheim und Lüttgenrode.

Abgesagt sind ebenso alle öffentlichen Veranstaltungen bis 13. April. Hierzu zählen ausdrücklich alle Osterfeuer.

Nutzungsverträge für öffentliche Einrichtungen (auch für private Feiern in Dorfgemeinschaftshäusern) gelten im genannten Zeitraum automatisch als storniert.

Die Stadtverwaltung bietet ab sofort die Telefonnummer (03 94 21) 793-710 als Hotline an.