Halberstadt l Die Stadtverwaltung wollte im Domplatz 20, in dem einst das Kirchliche Verwaltungsamt untergebracht war, ein Domforum etablieren. Dazu sollte die Halberstadt-Information in das Gebäude einziehen und ein großzügiger Bereich zur Betreuung der Domschatz-Besucher entstehen. Ein Plan, der geplatzt ist. Der ehemalige Landtagsabgeordnete und Stadtrat Ulrich Kasten (Linke) kritisiert diese Entscheidung.

Ob der Domplatz 20 beim jetzigen Eigentümer, der evangelischen Kirche bleibt oder nicht, würde sich erst in etwa zwei bis drei Monaten entscheiden, informierte Hendrik Fries, Leiter des Kreiskirchenamts Harz-Börde.

Die Weichen für die Sanierung beziehungsweise den Umbau des Gebäudes waren bereits gestellt. Ein Bewilligungsbescheid über 1,244 Millionen Euro Fördermittel übergab Sachsen-Anhalts Bauminister Thomas Webel (CDU) Ende 2017. Die Kommune wollte die Immobilie erwerben und grundlegend sanieren. Das Nutzungskonzept sah unter anderem den Einzug der Halberstadt-Information vor. Ein Plan, der geplatzt ist. Hintergrund dafür ist, dass die Stadt Halberstadt den Verwaltungssitz Rathaus am Holzmarkt, der Privateigentum ist, kaufen und die Halberstadt-Information dort unterbringen möchte.

Ulrich Kasten berichtet davon, dass die Hochschule Harz bei der Planung des Domforums aktiv mit eingebunden gewesen sei. Die Studenten haben für die Stadtverwaltung mehrere semesterübergreifende Projekte zum Domforum erarbeitet. Insgesamt vier dicke Ordner zur Imageentwicklung, eine Besucherbefragung des Dom/Domschatzes und zur künftigen Nutzung des Gebäudes. In allen Arbeiten hätte es ein klares Votum für den Domplatz 20 als Sitz der Halberstadt Information gegeben. „Alles für die Katz. Das ist in meinen Augen Zeit- und Resourcenverschwendung“, kommentiert der Halberstädter. Zumal eine millionenschwere Förderung des Landes bewilligt wurde. „Stattdessen wird das Geld zurückgegeben.“ Für Ulrich Kasten steht fest: „In Halberstadt haben mal wieder die Blockierer und Bedenkenträger gewonnen.“