Stadt Osterwieck l 11 466 Menschen wohnten zum jüngsten Jahreswechsel insgesamt in den 20 Ortschaften der Stadt Osterwieck. Das waren 72 weniger als im Vorjahr.

Die Bilanz ist durchwachsen, hat positive wie negative Aspekte.

Mehr Zu- als Wegzüge

Die Zahlen unterstreichen zunächst einmal, dass das Wohnen rings um den Fallstein attraktiv sein muss. Denn über Jahre schon besteht der Trend, dass mehr Menschen her- als fortziehen. Eine Entwicklung, der übrigens zeitlich erst nach Gründung der Einheitsgemeinde begann.

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Größere Einwohnerverluste durch Fortzüge gab es voriges Jahr nur in Hessen, in Rhoden und in Veltheim. Aber das mag nur eine Momentaufnahme sein. Denn im Jahr davor gab es in diesen drei Orten keine negativen Zahlen aus Fortzügen.

Dass mehr Sterbefälle als Geburten gezählt werden, wird quasi seit Jahrzehnten beobachtet und ist auch kein Osterwiecker, sondern ein genereller Trend. Voriges Jahr gab es indes wesentlich weniger Geburten als in der jüngeren Vergangenheit. Nur 71 Mädchen und Jungen wurden geboren, 2017 waren es 90 und auch davor wenigstens 85.

In den einzelnen Orten wiederum gibt es aber auch Entwicklungen gegen den Einheitsgemeinde-Trend.

Fast die Hälfte der Ortschaften hatte im vergangenen Jahr überhaupt keinen Einwohnerschwund zu verzeichnen.

Kein Nachwuchs

Vier kleinere Orte blieben ohne Neugeborene. Ein Ort, der sich mit auffällig vielen neuen Erdenbürgern hervortat, ist Zilly. Acht Babys dieses Jahr, sieben schon im Vorjahr. Das Beispiel Zilly unterstreicht, dass die Zahlen großen Schwankungen unterworfen sind. Denn zur Erinnerung: Vor sieben Jahren hatten die Stadtverantwortlichen schon darüber nachgedacht, Zillys Kindertagesstätte mangels Nachwuchs zu schließen.

Ähnliche Entwicklungen gab es in der Vergangenheit auch anderswo. So schwankte auch Wülperode schon zwischen Schließungsgedanken (in den 1990er Jahren) und Babyboom (2000er Jahre).

In Osterwieck ist voriges Jahr eine neue Seniorenwohn- und -pflegeeinrichtung in Betrieb gegangen. Diese dürfte zum Plus bei den Zuzügen beigetragen haben. Mit nun zwei Pflegeeinrichtungen kann die verhältnismäßig hohe Zahl der Sterbefälle in Osterwieck erklärt werden.

In der Reihenfolge der Ortsgrößen nach Einwohnerzahlen hat es 2018 zwei Veränderungen gegeben. Schauen rangiert jetzt wieder vor Wülperode. Wobei sogar beide Orte zugelegt hatten, Schauen aber etwas mehr. Innerhalb Wülperodes hat sich nun der namensgebende Ort wieder vor Göddeckenrode gesetzt. Wobei Göddeckenrode erst 2017 Wülperode überholt hatte.

Deersheim hat nun schon weniger als 700 Einwohner. Ende 1995 gab es hier das Nachwende-Hoch mit 937 Menschen. Vor zehn Jahren hatte das Dorf erstmals weniger als 800 Bewohner.

Bemerkenswert auch, dass Rhoden nun erstmals unter die 400-Einwohner-Marke gefallen ist. 2002 hatte das Dorf noch 500 Einwohner.

Anzumerken ist noch, dass diese Zahlen keine amtlichen des Landesamtes für Statistik sind, sondern intern im Osterwiecker Einwohnermeldeamt ermittelt wurden. Das Landesamt veröffentlicht ohnehin nur noch Zahlen, die die gesamte Einheitsgemeinde betreffen, nicht aber über die einzelnen Ortschaften.