Halberstadt l Lebensmittel ­retten – dieses Ziel hat sich Maria Haniak gesetzt. Die 25-jährige Halberstädterin engagiert sich seit Kurzem bei ­Foodsharing, einer Plattform, die sich für den respektvollen Umgang mit Nahrung einsetzt. Weltweit landet laut Foodsharing jedes dritte produzierte Lebensmittel in der Tonne. „Das muss aufhören“, fordert Maria Haniak.

Die junge Physiotherapeutin möchte in Halberstadt und Umgebung ein Foodsharing-Netzwerk aufbauen. Darüber sollen ­Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum zwar abgelaufen ist, aber immer noch zu verzehren sind, getauscht werden können. ­Alles auf ehrenamtlicher Basis, Geld soll nicht fließen. Daher ist Food­sharing nicht gewinn­oriertiert. Ein Konzept, das in Großstädten bereits läuft, so die Foodsharing-Botschafterin für Halberstadt.

Nahrung landet im Müll

„Ich möchte mich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen. Tausende Tonnen wertvolle Nahrung landen täglich im Müll, obwohl sie noch genießbar sind. Wir müssen wieder mehr Respekt vor Lebensmitteln haben. Sie erhalten uns am Leben“, sagt Maria Haniak über ihre ­Motivation, sich für Foodsharing einzusetzen.

Durch einen Zufall stieß sie auf das Thema. Sie habe sich damit beschäftigt, wie man im Alltag den Plastik-Verbrauch senken kann. „Da kommt man zwangsweise auf Foodsharing. Ich habe mich auf der Plattform im Internet registriert und dabei festgestellt, dass die Region Halberstadt/Wernigerode auf der Foodsharing-Karte noch ein weißer Fleck ist.“ Das will die junge Frau ändern. Dafür sucht sie möglichst viele motivierte Mitstreiter.

In einem ersten Schritt möchte die Halberstädterin in den kommenden Wochen Kontakte mit in der Region ansässigen Supermärkten knüpfen, um sie zu überzeugen, aussortierte und unverkäufliche Lebensmittel nicht in den Müll zu werfen. Vielmehr sollen sie einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden. Die Märkte müssten sich um nichts weiter kümmern, als die Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Sogenannte ehrenamtliche ­Foodsaver, was soviel wie ­Essenretter bedeutet, holen die Lebensmittel von den Märkten ab. „Ehrenamtler, die das übernehmen wollen, sind willkommen“, so Maria Haniak.

Vermittlung im Internet

Die Vermittlung der geretteten Lebensmittel findet anschließend über eine Internet-Seite statt. Daran können sich auch Privat-Haushalte beteiligen. Die Teilnehmer präsentieren auf der Internetseite ihre Lebensmittel mit einem Foto. Dort ist auch ein Lebensmitteltausch mit anderen Anbietern möglich. „Weltweit landet jedes dritte produzierte Lebensmittel in der Tonne. In jedem einzelnen stecken Arbeitszeit, Ressourcen, Transportwege und Geld. Foodsharing bietet eine Möglichkeit, all das wieder wertzuschätzen, indem das Essen eine zweite Chance erhält“, argumentiert die Initiative.

Keine Konkurrenz zur Wärmestube

„Wir verstehen uns allerdings nicht als Konkurrenz zur Wärmestube oder dem Tiergarten Halberstadt“, betont Maria Haniak. Die Einrichtungen arbeiten seit vielen Jahren mit Märkten in Halberstadt zusammen und beziehen dort ebenfalls aussortierte Lebensmittel zur Versorgung von sozial Schwachen beziehungsweise der Tiergarten Obst, Gemüse und Backwaren zur Fütterung der Tiere. „Auch das ist eine Möglichkeit, wertvolle Nahrung vor der Mülltonne zu retten“, sagt Maria Haniak.

Wer in Halberstadt und Umgebung Maria Haniak beim Aufbau des regionalen Netzwerkes unterstützen möchte, kann sich auf der Internetplattform registrieren oder über die E-Mail-Adresse info@foodsharing.de Kontakt suchen.