Athenstedt (dl) l Wenn der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Halberstadt mit Blick auf die Indienststellung eines neuen Fahrzeugs von „Familienzuwachs“ berichtet, macht das die innige Beziehung zwischen den Feuerwehrleuten und deren Technik deutlich. In Athenstedt ist jetzt – etwas salopp formuliert – ein technischer Urgroßvater in den Ruhestand und ein dynamisch-kraftvoller Mittzwanziger in den Dienst gestellt worden. Die Übergabe des TSF-W – zu deutsch: Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser – sei dabei zu einem richtigen kleinen Fest geworden, berichtet Wehrsprecher Lars Hartmann.

Kameraden befördert und verabschiedet

Vor diesem feierlichen Moment rückten Ortswehrleiter Michael Wissel und Stadtwehrleiter Thomas Dittmer noch zwei Personalien in den Fokus – eine mit höchst erfreulichem Anstrich und eine mit weniger positiven Aspekten: Kamerad Manuel Schmidt konnte zum Brandmeister befördert werden. Zugleich wurde Henrik Glaetzer verabschiedet, er verlässt die Ortsfeuerwehr Athenstedt aus beruflichen und privaten Gründen.

Anschließend war es endlich soweit, der schwergewichtige Höhepunkt des Abends rollte im Hintergrund heran, berichtet Wehrsprecher Lars Hartmann. Das neue TSF-W fuhr vor. Wehrchef Wissel zeigte sich besonders stolz, ein so tolles Fahrzeug in Empfang nehmen zu dürfen. Und er dankte all denjenigen, welche die Anschaffung dieses Fahrzeugs im Wert von rund 150.000 Euro ermöglicht haben.

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Stadt investiert 150.000 Euro

„Der Kauf des Fahrzeugs musste komplett ohne Fördermittel finanziert werden und daher im städtischen Haushalt eingeplant werden“, hieß es. Besonders lobenswert habe Wissel die Zusammenarbeit mit dem Sachgebietsleiter Technik der Feuerwehr Halberstadt, Ingo Wetzel, erwähnt. Es seien keine Wünsche unerfüllt geblieben. „Wir hatten unsere Rahmenbedingungen gesetzt bekommen und wurden gefragt, was wir wollen“, äußerte Wissel. Dass all diese Wünsche so umgesetzt worden seien, sehe er keineswegs als selbstverständlich an und lobte die Zusammenarbeit.

Technischer Sprung mit neuem Fahrzeug

Das neue Fahrzeug sei ein gewaltiger technischer Sprung und erleichtere die Arbeitsbedingungen extrem. Das 30 Jahre alte Vorgängerfahrzeug, welches einst der Partner-Feuerwehr in der Partnerstadt Wolfsburg gehörte und schon vor Jahren als Gebrauchtfahrzeug seine neue Beheimatung in Athenstedt fand, werde nun außer Dienst genommen. Es soll versteigert werden.

Viele Wünsche der Kameraden erfüllt

Zurück zum funkelnagelneuen TSF-W: Der gesamte Aufbau des jüngsten Fahrzeugs im Fuhrpark der Stadtfeuerwehr Halberstadt ist auf einem MAN-Fahrgestell platziert. Im Inneren wurden viele Wünsche der Wehrmitglieder erfüllt: Der Wasservorrat hat sich von 500 auf 1000 Liter verdoppelt, die Schlauch-Schnellangriffsvorrichtung wurde von 30 auf 50 Meter verlängert, eine Schaumpistole für spezielle Einsätze ist neu hinzugekommen. Auch bei der Beleuchtung gab es einen großen Schritt nach vorn, so der Wehrsprecher weiter. „Der neue Beleuchtungssatz basiert auf modernster LED-Technologie. Ein ausfahrbarer LED-Lichtmast garantiert eine schnelle Ausleuchtung der Einsatzstellen.“

Zeitersparnis beim Einsatz

Und es gibt noch eine weitere entscheidende Zeitersparnis: Die Atemschutzgeräte sind nun direkt in der Mannschaftskabine untergebracht, sodass sich der Angriffstrupp schon während der Fahrt ausrüsten kann. Bislang war diese Technik im hinteren Teil des Fahrzeugs platziert. „Das sind wichtige Minuten, die mitunter lebensrettend sein können“, bringt es Lars Hartmann auf den Punkt.

Stefan Walther, Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins „St. Florian“ Halberstadt, überreichte den Athenstedtern den bekannten Feuerwehr-Drachen „Grisu“ als Glücksbringer für das neue Fahrzeug. Obendrein gab es zum neuen TSF-W ein Navigationsgerät.

Wehrchef hofft auf Nachwuchs

Ortswehrleiter Wissel erinnerte mit Blick auf die Neuheit im Gerätehaus an ein altes Problem: „Die neueste und grandioseste Technik ist ohne die darauf ausgebildeten Kameraden nichts wert.“ Wissels Wunsch ist klar: Neue Mitglieder, die von der modernen Technik angelockt werden.