Langenstein/Halberstadt l Empörung in Langenstein: Die Stadt Halberstadt will die Altenburg einzäunen und damit den Zugang für Touristen wie einheimische Gäste sperren. Anlass für diesen drastischen Schritt sei der jüngste Felssturz und die weiterhin latente Gefahr, dass sich noch mehr Brocken aus der Felsformation lösen könnten, heißt es.

Ortsbürgermeister Holger Werkmeister (FDP) berichtete während der jüngsten Tagung des Ortschaftsrates am Dienstagabend, dass ihm Mitarbeiter der Stadtverwaltung Halberstadt bestätigt hätten, dass tatsächlich über eine Absperrung mit Zäunen diskutiert werde.„Die Altenburg mit ihrer so typischen Sandsteinlandschaft ist einmalig in Deutschland. Mit der Absperrung würde der Harz einen Leuchtturm des Tourismus verlieren“, kritisiert Holger Werkmeister die Überlegungen im Rathaus.

Verliert Langenstein Tourismus-Leuchtturm?

Aus erster Hand erfuhren die Ortschaftsräte während der Tagung, dass im Rathaus Halberstadt besagte Absperrung der Altenburg ernsthaft in Erwägung gezogen wird. Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke): „Schilder reichen nicht aus, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen und den Zugang zu erschweren. Der Eigentümer der Altenburg ist ein schwieriger Partner, der sich nur für die Verwertung des Holzes aus dem Waldgebiet interessiert, aber sich nicht um die Sicherung der Altenburg kümmert.“ Seit Jahren versuche die Stadt, eine Lösung mit dem Mann aus Niedersachsen zu finden, bislang leider ohne Erfolg.

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Ein Fakt, den der Langensteiner Ortsbürgermeister bestätigt. Dem Mann sei die Altenburg, die er zusammen mit dem Forst vor Jahren von der Bundesverwertungsgesellschaft erworben habe, völlig egal, so Holger Werkmeister. In der Vergangenheit und aktuell scheiterten auch mehrere Versuche der Volksstimme Kontakt mit dem Eigentümer aufzunehmen.

Entscheidung noch nicht gefallen

Andreas Henke versuchte in der Sitzung, den Hintergrund für den Absperrplan Altenburg zu erklären. Er verwies darauf, dass viele Kommunen nach einem jüngsten Gerichtsurteil sehr vorsichtig geworden seien. Der Fall: Ein Kind sei in einem Teich ertrunken, obwohl die Kommune mit Schildern vor der Gefahr am Gewässer gewarnt hatte. Das Gericht verurteilte den Bürgermeister daraufhin trotzdem. „Haftungsansprüche könnte es auch geben, wenn auf dem Gelände der Altenburg jemand durch einen erneuten Felssturz zu Tode käme“, befürchtet der Oberbürgermeister. Daher bat er um Verständnis, dass es die Überlegungen zur Absperrung gebe. „Wir müssen mal sehen, was wir machen“, so Henke.

Eine Absperrung wäre eine Katastrophe, so Werkmeister. Daraufhin fragte er Andreas Henke, ob er zumindest bis zum Ablauf seiner Amtszeit am 31. Dezember die Errichtung eines Zaunes ausschließen könne. Der Oberbürgermeister: „Da gehe ich von aus.“