Langenstein l Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Langenstein trafen sich Anfang Februar zu ihrer jährlichen Hauptversammlung. Wie Feuerwehrsprecher Chris Buchold anschließend berichtete, eröffnete Ortswehrleiter Sebastian Rindert die Versammlung mit erschreckenden Zahlen. Nicht die Einsätze, sondern die der Mitgliederentwicklung sind es, die aufschrecken.

Vor einigen Jahres gab es noch über 33 aktive Kameraden, im Jahr 2017 waren es nur noch 18 Aktive und zwei Gastkameraden, die im Ernstfall ausrücken können. „Eine fürchterliche Entwicklung, gegen die unbedingt etwas getan werden muss“, sagte Rindert.

101 Einsätze stehen in der Statistik für 2017, allein 44 Einsätze sind auf die Atemschutzüberwachung zurückzuführen. Die Langensteiner haben die Aufgabe übernommen, bei Löscheinsätzen in Halberstadt zu erfassen und zu überwachen, wie lange Kameraden mit Atemschutzgeräten im Einsatz sind. Auch der Tausch der Pressluftflaschen und ähnliches obliegt der Truppe .

Hochwasser forderte

Besonders erwähnte Rindert die Arbeit seiner Kameraden beim Hochwasser im Juli, sowie die Löscheinsätze beim Wohnungsbrand in der Röderhofer Straße in Halberstadt und beim Brand in der Quedlinburger Straße in Langenstein. „Schreiende Menschen auf der Straße, eine vor dem Haus liegende Person und die aus dem Fenster schlagenden Flammen waren für unsere fünf zuerst eintreffenden Kameraden erstmal ein Schock, aber der Einsatz konnte auch mithilfe der Kameraden aus Halberstadt erfolgreich und professionell abgearbeitet werden“, sagte Rindert.

Einen ganz besonderen Dank richtete der Ortswehrleiter auch an die Kameradinnen und Kameraden, die im Juli des vergangenen Jahres im kräftezehrenden Hochwassereinsatz waren. „Wir können nur von Glück reden, dass unser Ort von einer größeren Katastrophe verschont wurde.“

Zwei Langensteiner Kameraden konnten im vergangenen Jahr den durch die Stadt Halberstadt finanzierten Lkw-Führerschein erwerben und im Anschluss daran den Maschinistenlehrgang erfolgreich abschließen.

Veranstaltungen für alle

Auch in diesem Jahr werden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Langenstein sich wieder sehr aktiv in das Dorfleben einbringen, versprach Rindert.

So stehen traditionell das Osterfeuer, das Maifeuer, die Reinigung des Sommerbads und viele weitere Veranstaltungen im Terminkalender der Kameraden. An diesen Terminen wird sich die mit aktuell elf Kinder und Jugendliche zählende, und damit sehr starke Kinder- und Jugendfeuerwehr beteiligen, informierte Chris Buchold.

Zu den besonderen Höhepunkten für den Feuerwehrnachwuchs zählte im vergangenen Jahr der Kinotag der Stadtjugendfeuerwehr, das Zeltlager in Brandenburg sowie die Halloween- und die Weihnachtsfeier.

Reinhold Berginski musste leider die Entscheidung treffen, sich aus gesundheitlichen Gründen als Leiter der Alters- und Ehrenabteilung zu verabschieden. Ortswehrleiter Sebastian Rindert bedankte sich im Namen aller Mitglieder für dessen Arbeit in der Feuerwehr mit einem Präsentkorb.

Kritik am Bürgermeister

Zum Abschluss des Abends, bei dem Ortswehrleiter Sebastian Rindert noch Tim Wilsenack nach vorne bat, um ihm für dessen 20-jährige Arbeit im Brandschutz zu danken, gab es ein paar kritische Worte. Die Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehr Langenstein beklagten, dass es Ortsbürgermeister Jürgen Meenken in seiner bisherigen Amtszeit noch nicht ein einzigen Mal geschafft habe, an der Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr teilzunehmen.

Ortsbürgermeister Jürgen Meenken (CDU) sagte gestern auf Nachfrage, dass er grundsätzlich keine Jahreshauptversammlungen von Vereinen besuche, wenn er nicht zuvor eingeladen wurde. „Ich schätze die Arbeit der Feuerwehr sehr und alle wissen, dass man mich nur ansprechen muss. In diesem Fall wurde mir leider erst am Tag vorher gesagt, dass die Versammlung ist. Ich konnte da leider meine Terminplanung nicht mehr ändern, was ich bedauere. Aber als ehrenamtlicher Bürgermeister muss auch ich gut planen.“