Osterode l So unterschiedlich können die Begehrlichkeiten sein: Während sich einige Ortsfeuerwehren in der Stadt Osterwieck neben ihrem Löschfahrzeug einen neuen Mannschaftswagen wünschen, wäre man in Osterode schon froh, wenigstens ein zuverlässig funktionierendes Einsatzfahrzeug zu haben. Dabei ist die Feuerwehr Osterode nicht mehr die kleine Wehr aus dem kleinsten Fallsteindorf, sondern hat sich zur zweitgrößten Ortswehr in der Stadt Osterwieck entwickelt. 33 Einsatzkräfte sind dort integriert, eine Entwicklung, die vor drei Jahren begann, als Olaf Chrost die Wehrleitung übernahm. Eine Entwicklung, die aber mehrere Väter hat.

Die Wurzeln liegen auch in der Jugendarbeit, direkt und indirekt. Mit Dominik Meyer und Dominik Sido sind jetzt zwei Jugendliche in den Einsatzdienst aufgerückt. Darüber hinaus kamen sieben „Quereinsteiger“ nach erfolgreicher Grundausbildung in den Dienst. Einige von ihnen waren Helfer bei Aktionen der Jugendwehr, die dann für die aktive Laufbahn geworben wurden. Entsprechend groß war auf der Jahreshauptversammlung die Zahl der beförderten sowie geehrten Frauen und Männer – nämlich 16.

Jugendarbeit lohnt sich

„Es zeigt sich, dass sich die Jugendarbeit lohnt“, stellte Jugendwart Hartmut Bartsch fest. „Die Jungen rücken nach in unsere Reihen.“ Derzeit arbeiten in der Nachwuchsabteilung vier Kinder und 13 Jugendliche mit, für die mehrere Betreuer da sind. Gefreut habe sich Bartsch über das viele Lob für das Stadt-Jugendzeltlager, das im Jahr 2017 in Osterode stattfand.

Bilder

Doch zurück zum Löschfahrzeug. Das Berßeler Problem mit dem 53 Jahre alten Oldtimer konnte die Stadt Osterwieck voriges Jahr lösen. Zeitgleich tat sich in Osterode ein Loch auf. Das Auto, Baujahr 1980, musste in die Werkstatt. Die Kameraden griffen in ihrer Not in Eigeninitiative auf einen privaten Pickup zurück. Zwei Monate lang war das Löschauto im Sommer stillgelegt.

Trotz Reparatur, seit der Teilnahme der Osteröder an der Großübung in Braunschweig (Volksstimme berichtete) ist das Einsatzfahrzeug wieder stillgelegt. „Bremsversagen“, berichtete Olaf Chrost. Auf der Hauptversammlung hielt er sich dennoch mit lauter Kritik zurück. „Im Rathaus wird jetzt an einer dauerhaften Lösung gearbeitet“, berichtete er seinen Kameraden.

Dardesheim hilft aus

Wie die Lösung aussehen wird, konnte an dem Abend André Schünemann, der ehrenamtliche stellvertretende Stadtwehrleiter, noch nicht sagen. Erstmal hat sich die Dardesheimer Feuerwehr bereiterklärt, für sechs Wochen ihr Zweitfahrzeug nach Osterode zu geben. Es steht bereits im Fallsteindorf. Die Dardesheimer hatten voriges Jahr auf diese Weise auch schon den Berßelern geholfen.

Klaus-Dieter Böhnstedt, Teamleiter des Ordnungsamtes, berichtete gestern auf Volksstimme-Anfrage, dass er aus der Werkstatt noch auf Auskunft zur Ursache und zum Reparaturaufwand warte. Voriges Jahr erst habe man den Hauptbremszylinder des Wagens wechseln lassen.

Über eine langfristige Lösung für Osterode konnte Böhnstedt noch keine Aussage treffen. Das Brandschutzkonzept der Stadt werde jetzt aktualisiert. Darin sollen konkrete Termine festgeschrieben werden, wann welches Fahrzeug zu ersetzen ist.

Stadtrat entscheidet

In Suderode steht derweil ein modernes Fahrzeug, das dieses Jahr umgesetzt werden soll, aber nicht vor Sommer. Zumal mehrere Wehren schon ihren Hut in den Ring geworfen haben. Böhnstedt betonte: „Die Entscheidung trifft der Stadtrat.“

Acht Mal wurde die Osteröder Feuerwehr im vorigen Jahr alarmiert, fünf Mal zu Einsätzen und drei Mal zu Übungen. Herausragend im September die Großübung mit der Feuerwehr Braunschweig, für die Osterode Gastgeber und auch Teilnehmer war. An der Ilse in Berßel haben die Osteröder zwei Tage lang mit gegen das Hochwasser gekämpft. Da war übrigens das Löschfahrzeug gerade außer Dienst gewesen. „Wir sind mit Privat-Pkw ausgerückt“, blickte Olaf Chrost zurück.

Der Ortswehrleiter sprach von 47 Tagen, an denen die Einsatzkräfte voriges Jahr in Einsatz oder Ausbildung waren. Dabei freute er sich über die gute Teilnahme. Ferner wurden 22 Plätze in Lehrgängen und Seminaren auf Kreis- und Landesebene belegt.

Reserven sieht Chrost noch bei der Anzahl der Atemschutzgeräteträger. Es gibt erst vier. „Mittelfristiges Ziel sollte es sein, auf mindestens acht zu kommen.“

Kleidung kommt im April

Noch nicht komplett mit Einsatzkleidung ausgestattet sind die neun neuen Kameraden. Ende April sollen deren Sachen eintreffen.

Olaf Chrost berichtete, dass in den letzten drei Jahren in Ausrüstung, Inventar, Renovierung und Bekleidung etwa 10 000 Euro investiert wurden, die je zur Hälfte von den Kameraden sowie Spendern und Gönnern stammen.