Osterwieck (mhe) l Seit den aufwendigen Dreharbeiten für „Goethe“ (2009) und „The Monuments Men“ mit George Clooney (2013) wird Osterwieck als Kulisse für Spiel- bzw. Fernsehfilme immer mal wieder nachgefragt. Peter Eisemann aus der Stadtverwaltung spricht von zwei bis drei Anfragen pro Jahr. Dabei handelt es sich um sogenannte Locationscouts, die im Auftrag von Filmproduktionen zielgerichtet Straßenzüge und Gebäude nach geeigneten Kulissen suchen.

Vergangenes Jahr wurde in der Stadt auf dem Schäfers Hof daraufhin der ARD-Weihnachtsfilm „Eulenspiegel“ gedreht. Und möglicherweise kommt im Frühherbst schon wieder ein Filmteam nach Osterwieck. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete diese Woche, dass ein historischer Kinofilm des bekannten französischen Regisseurs François Ozon auch in Osterwieck gedreht werden soll. In dieser Woche waren dafür in Quedlinburg, wo neben Wernigerode ebenfalls gedreht werden soll, Komparsen gesucht worden.

Erster Weltkrieg in Osterwieck

Von dem neuerlichen Film-Dreh weiß Peter Eisemann bisher noch nichts. Aber er bestätigte, dass sich Filmleute im Mai und Juni nach Drehorten für den französischen Film in Osterwieck informiert hatten. Der Film solle im Ersten Weltkrieg spielen.

Interessiert zeigten sich die Filmleute offenbar an dem Hinkelmannschen Haus, der Kapellenstraße 11/12 und der Nikolaikirche.

"Fluch der Karibik"-Regisseur am Fallstein

Ein anderer Locationscout war dieses Jahr schon für einen Film des Regisseurs von „Fluch der Karibik“, Gore Verbinski, in Osterwieck auf Kulissensuche. Damals waren u. a. die Polizeistation, das alte Krankenhaus, das ehemalige Café Reiche und „Eiks Corner“ von Interesse. Aber auch dazu hat die Stadt bisher keine Rückmeldung erhalten. „Generell tut sich die Branche relativ schwer mit verbindlichen Aussagen zu möglichen Drehorten“, sagt Eisemann.

Die häufiger gewordenen Anfragen beziehen sich auch auf Einzelszenen, berichtete Peter Eisemann. „So wurde Anfang des Jahres gefragt, ob ein Objekt bekannt sei, welches eine Art groß-feudalen Treppenaufgang besitzt. Ein passendes Objekt haben wir nicht gefunden. Im Nachgang stellte sich heraus, dass es wohl deutlich günstiger war, eine solche Kulisse im Studio nachzubauen.“