Feuerteufel aktiv?

Flächenbrände geben Rätsel auf

Flächenbrände im Sommer sind eigentlich nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich aber ist die extreme Häufung in den letzten Wochen auf Feldern im Raum Osterwieck.

Von Mario Heinicke
Gegenüber vom Kieswerk Suderode stand am 19. Juli ein Getreidefeld in Flammen. Auffällig ist, dass die Ackerbrände meist an Straßenrändern entstanden sind.
Gegenüber vom Kieswerk Suderode stand am 19. Juli ein Getreidefeld in Flammen. Auffällig ist, dass die Ackerbrände meist an Straßenrändern entstanden sind. Foto: Feuerwehr Osterwieck

Osterwieck - Ist etwa ein „Feuerteufel“ im Raum Osterwieck unterwegs? Bisher möchte das Wort kein Feuerwehrverantwortlicher öffentlich in den Mund nehmen. Doch seit 15. Juli entstanden mindestens zehn größere und kleinere Feuer auf Feldern und Wiesen.

Flächenbrände gab auch in den Vorjahren. Sogar teils sehr große, allerdings nicht in dieser großen Anzahl wie diesen Sommer. Ein Sommer, der längst nicht die Hitze und Trockenheit der vergangenen drei Jahre besitzt.

Schaut man auf die von mehreren Ortsfeuerwehren gepflegten Facebook-Seiten, so ergibt sich ein zum Nachdenken und Spekulieren anregendes Bild. Spekulieren deshalb, weil es bisher keine Brandursachenermittlung gab.

Vorgestern gegen 14.40 Uhr wurde das bisher letzte Feuer an einem Acker gemeldet. An der Landesstraße Osterwieck-Deersheim löschten die Wehren beider Orte und aus Berßel ein Feuer. Auf der Rückfahrt entdeckten die Osterwiecker einen weiteren Brand, der sich gerade in der Böschung entwickelt hatte.

Am vergangenen Wochenende mussten die Wehren gleich drei Mal ausrücken. Sonntag, 17.43 Uhr: Die Kameraden aus Hoppenstedt und Osterwieck wurden alarmiert. Zwischen beiden Orten brannte es. Zu dem Zeitpunkt aber nur eine sehr kleine Fläche.

Sonnabend, 14.36 Uhr: Fünf Ortswehren wurden zu einem Stoppelfeldbrand zwischen Osterwieck und Schauen gerufen. Kaum zurück bei den Familien, mussten die Einsatzkräfte wieder raus. Denn um 15.56 Uhr wurden Flammen zwischen Schauen und Stapelburg gemeldet.

Die Ursache „könnten auch weggeworfene Zigarettenkippen gewesen sein“, berichtete der Schauener Feuerwehrmann Steffen Richardt, der als stellvertretender Zugführer im Raum Osterwieck fungiert. Er findet es aber „schon komisch“, dass es derzeit so massiv zu Flächenbränden kommt. Wo diese doch teils sogar bei feuchter Witterung entstanden sind.

Weiter in der Übersicht:

Sonntag, 25. Juli, 6.53 Uhr – ein Sonnensegel und Gartenmöbel brennen in Osterwieck.

Dienstag, 20. Juli, 14.25 Uhr – Böschungsbrand in der Landesstraße zwischen Osterwieck und Lüttgenrode.

Montag, 19. Juli, 9.45 Uhr – ein Getreidefeld gegenüber des Kieswerks Suderode steht in Flammen.

Freitag, 16. Juli, 17.11 Uhr – Freilandbrand zwischen Hoppenstedt und Rhoden. Nur 14 Minuten später ein Feuer an einer Straßenböschung zwischen Osterwieck und Hoppenstedt nahe am Industriegebiet.

Donnerstag, 15. Juli, 15.26 Uhr – Freilandbrand an der Landesstraße zwischen Lüttgenrode und Vienenburg.

Davor gab es auch schon im Juni vereinzelte Feuer in der Feldflur.

Sonntag, 27. Juni, 18.48 Uhr – eine Grasnarbe an der Landesstraße Osterwieck-Lüttgenrode beginnt zu brennen.

Donnerstag, 17. Juni, 17.35 Uhr – Wiesenbrand in der Lüttgenröder Feldmark.

Die Feldbrände trugen maßgeblich dazu bei, dass die Osterwiecker Ortsfeuerwehr vorgestern bereits ihren 39. Einsatz dieses Jahres zu verzeichnen hatte. Es fehlen nur noch vier, und sie hat die Zahl der Gesamteinsätze des Jahres 2020 erreicht. Schon jetzt ist damit absehbar, dass die Osterwiecker Ortswehr auf ein Rekordjahr zusteuert. 2017 war sie 51 Mal alarmiert worden.

„Wir möchten an alle Bürger appellieren, sich angemessen zu verhalten, bewusst mit Zündquellen umzugehen und gemeinsam dazu beizutragen, solche Ereignisse zu verhindern“, erklärte Benjamin Lutze aus der Stadtwehrleitung. Und Steffen Richardt bittet die Bürger, die Augen auf zu halten. Sei es ob jemand zündelt, Zigarettenkippen glimmen oder Glas verstreut liegt, das Sonnenlicht bündeln kann..