Feuerwehr

Fliegendes Auge sorgt in Halberstadt für Sicherheit

Die Halberstädter Feuerwehr setzt dank Sponsorenhilfe bei ihren Einsätzen auf Drohnentechnik. Jetzt durfte endlich die offizielle Übergabe erfolgen.

Von Vera Heinrich
Die 1100 Gramm schwere Drohne des Typs „DJI Mavic 2 Enterprise Dual“ kann eine Flughöhe von bis zu 120 Metern erreichen. Sie kommt jetzt in  Halberstadts Feuerwehr zum Einsatz.
Die 1100 Gramm schwere Drohne des Typs „DJI Mavic 2 Enterprise Dual“ kann eine Flughöhe von bis zu 120 Metern erreichen. Sie kommt jetzt in Halberstadts Feuerwehr zum Einsatz. Foto: Feuerwehr/Chris Buchold

Halberstadt - Die Stadtfeuerwehr Halberstadt hat Unterstützung aus der Luft bekommen. Die Drohne des Typs DJI Mavic 2 Enterprise Dual begeistert die Kameraden bereits seit einem Jahr, berichtet Feuerwehrsprecher Chris Buchold.

„Wir sind froh, dass wir endlich die offizielle Übergabe mit den Sponsoren veranstalten durften, auch wenn der Rahmen etwas kleiner ausfallen musste“, sagt er und bedauert, dass sie die Veranstaltung pandemiebedingt erst jetzt nachholen konnten.

Glutnester finden mit der Wärmebildkamera

Dabei hat die Feuerwehrdrohne den Halberstädtern schon treue Dienste geleistet in den vergangenen zwölf Monaten. „Sie hat ihr Können bereits beim Gebäudebrand in Emersleben oder beim Straßenbahnunfall in der Heinrich-Julius-Straße unter Beweis gestellt“, schildert der Pressesprecher der Halberstädter Feuerwehr und spricht die Vorteile der Drohne an: „Wir bekommen durch die hochauflösende Kamera eine andere Perspektive auf die Einsatzstelle. Selbst eine Drehleiter mit 30 Metern Höhe liefert nicht immer ausreichend Einblick. Aus der Luft können wir einfach mehr erkennen.“

Besonders hilfreich sei die Wärmebildfunktion. „Bei Brandeinsätzen können somit Wärmequellen und Glutnester gefunden und gezielt abgelöscht werden“, begründet der 26-Jährige. Die Sicherheit im Einsatzgeschehen werde dadurch erhöht, dass die Drohne den Kameraden wichtige Informationen liefere, ohne dass sich jemand dafür in Gefahr begeben muss.

Die Idee zu dieser technischen Anschaffung sei aus der Mannschaft heraus gekommen, erinnert sich Chris Buchold. „Bei vielen Einsätzen stoßen wir an unsere Grenzen. Wir haben beobachtet, dass immer mehr Wehren sich Unterstützung durch Drohnen holen“, so der Halberstädter. Da die Drohne nicht zur Standardausrüstung der Brandschützer gehört, haben die Kameraden kurzerhand selbst Sponsoren gesucht, bei denen sich Chris Buchold bedankt: „Ohne die finanzielle Unterstützung des Feuerwehrfördervereins St. Florian in Halberstadt, der ÖSA Versicherungen Frank Grüning und der Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt (WGH) wäre die Anschaffung nicht möglich gewesen. Vielen Dank an die Sponsoren.“

Acht Kameraden in der Drohnengruppe aktiv

Insgesamt 3400 Euro hat die Drohne samt Zubehör gekostet. Dabei handelt sich bei der DJI Mavic 2 Enterprise Dual um eine Drohne, die sich speziell an die Anforderungen für Feuerwehr, Technischem Hilfswerk oder Chemiebetrieben richtet.

Er betont, dass die Erkundung bei vielen Einsätzen durch den technischen Einsatz erleichtert werde. „Die Wärmebildfunktion war für unsere Arbeit entscheidend“, erklärt Chris Buchold und ergänzt, dass sie außerdem Zubehör beschafft haben, das für ihre Einsätze am besten geeignet sei. So lassen sich Scheinwerfer oder Lautsprecher an das Gerät montieren. „Das ist hilfreich beim Ausleuchten von Flächen und zur Suche von Personen, wenn wir damit direkt Sprachdurchsagen an Personen übermitteln können“, erläutert er.

Insgesamt acht Kameraden der Ortsfeuerwehr Halberstadt haben sich beim Luftfahrtbundesamt zu Drohnenpiloten ausbilden und zertifizieren lassen. Sie können das Gerät im Einsatzfall fachgerecht bedienen und die erstellten Aufnahmen auswerten.

Zwei Mann zur Bedienung

Sprecher Buchold erklärt: „Bei einem Einsatz müssen mindestens zwei Kameraden dabei sein. Einer, der die Drohne steuert und einer, der sie im Blick behält und das Flugtagebuch führt.“ Bisher haben sie vorwiegend in den Regionen Halberstadt, Huy und Vorharz damit gearbeitet.

So groß die Freude bei den Halberstädter Brandschützern über ihre technische Anschaffung ist, bleibt dennoch zu hoffen, dass ihnen und der Drohne so wenig Einsätze wie möglich beschert werden.

Die Drohne kann mit der Wärmebildkamera den Brandherd identifzieren wie das Beispiel des Gebäudesbrandes in Emersleben, einem Ortsteil Halberstadts, zeigt.
Die Drohne kann mit der Wärmebildkamera den Brandherd identifzieren wie das Beispiel des Gebäudesbrandes in Emersleben, einem Ortsteil Halberstadts, zeigt.
Foto: Feuerwehr/Chris Buchold
Sie haben sich erklären lassen , wie die Drohne funktioniert (von links nach rechts): WGH-Vorstand Frank Adelsberger, Axel Haupt (Ehrenabteilung), ÖSA-Bezirksdirektor Frank Meyer, Frank Grüning (ÖSA Versicherungen) und Drohnenpilot Pascal Scholz.
Sie haben sich erklären lassen , wie die Drohne funktioniert (von links nach rechts): WGH-Vorstand Frank Adelsberger, Axel Haupt (Ehrenabteilung), ÖSA-Bezirksdirektor Frank Meyer, Frank Grüning (ÖSA Versicherungen) und Drohnenpilot Pascal Scholz.
Foto: Feuerwehr/Chris Buchold