Luther-Kirchengemeinde braucht für die Arbeiten die angesparte Rücklage auf

Friedhofskapelle wird grundlegend saniert

Von Marita Bullmann

Die 1894 erbaute Kapelle auf dem Friedhof an der Hinzenbergstraße wird innen grundlegend saniert. Die Kirchengemeinde setzt dafür alle Rücklagen ein und stößt an ihre Grenzen.

Althaldensleben l Der Friedhof einschließlich Kapelle in Althaldensleben gehört der evangelischen Luthergemeinde. In den vergangenen zehn Jahren wurde die Pflasterung im Umfeld schon erneuert, blickt Andreas Bonstedt, im Gemeindekirchenrat der Friedhofs- und Bauverantwortliche, zurück. Auch die Treppe zum Keller ist erneuert. Vor zwei Jahren wurden Nässeschäden im Fundament beseitigt und im vergangenen Jahr das Dach neu eingedeckt.

Grundlegend sei aber bislang nichts passiert, ergänzt Pfarrer Jens Schmiedchen. Deshalb habe der Gemeindekirchenrat jetzt die Sanierung und Restaurierung der Kapelle im Innenbereich angepackt. "Natürlich wurde dabei ein Kostenrahmen gesteckt. Die in den zurückliegenden Jahren angesparten Rücklagen des Friedhofs werden dafür restlos eingesetzt, das sind ungefähr 20000 Euro." Begonnen wurde dennoch außen, denn zahlreiche Backsteine beispielsweise im unteren Bereich der Außenmauern etwa bis auf eine Höhe von einem Meter waren größtenteils zerbröselt und mussten ersetzt werden. Außerdem wies die Kapelle Risse auf, die sowohl außen als auch innen deutlich sichtbar waren.

Selbst im Fußboden mussten Risse geschlossen werden. Von der Innenwand musste die alte Holzverkleidung entfernt werden. Dahinter gab es massive Nässeschäden, so dass der Putz mannshoch erneuert werden musste. "Auch die Elektrik war marode", erklärt Andreas Bonstedt weiter. Und statt der alten Wandlampen wird es künftig Deckenlampen geben.

Die Kapelle hat zudem vier neue Bogenfenster bekommen, und ein Tischler hat den Altar fachmännisch aufgearbeitet. Der Corpus am Altarkreuz stammt übrigens aus der Steingut- und Porzellanfabrik von Johann Gottlob Nathusius. Die Medaillons mit Sprüchen aus den Seligpreisungen, die an den Wänden hingen, werden wieder aufgehängt, sie sind älter als die Kapelle und stammen aus der Klosterkirche Althaldensleben. Das alte Harmonium wird nur aufpoliert, es muss noch weiter halten.

Wie es um die alte Heizung bestellt ist, wird gegenwärtig geprüft. Hier ist jedoch mit zusätzlichen Kosten zu rechnen. Eins steht nämlich schon fest, es wird finanziell sehr eng. Denn "es ist auf Kante genäht", sagt der Pfarrer. Deshalb bittet er die Althaldensleber um Hilfe. Wer die Fertigstellung der Kapelle unterstützen möchte, könnte dafür eine Spende auf das Konto des Kreiskirchenamts Magdeburg 3003005722, BLZ 81055000, Verwendungszweck Ev. Friedhof Alt-HDL, Spende Kapelle, einzahlen.

Andreas Bonstedt und Jens Schmiedchen rechnen damit, dass die Kapelle wahrscheinlich ab Mitte Dezember wieder nutzbar sein wird. Jetzt muss die Kapelle trocknen, dann kommt der Maler, und die Lampen müssen noch angebaut werden. Die Heizung muss noch angefasst werden. Nach einer Grundreinigung kann die Kapelle wieder eingeräumt werden. Die Stühle sind jetzt im Klostergut eingelagert.

Trauerfeiern finden in der Simultankirche statt, bis die Kapelle auf dem Friedhof wieder genutzt werden kann. "Wir bieten das auch für Trauerfeiern an, wenn die Verstorbenen nicht der evangelischen Gemeinde angehört haben", sagt Pfarrer Schmiedchen. Das sei auch schon angenommen worden. Sonst müssten die Trauerfeiern auf dem städtischen Friedhof in Haldensleben stattfinden.