Halberstadt l Das Stadion sieht fast aus wie ein Bundesliga-Stadion. Ungewohnter Anblick mit den zwei zusätzlichen Tribünen in den Kurvenbereichen, Sitzplätze für 1800 Leute. Wenn alles gut läuft – und das Wetter soll ja besser werden – werden wohl rund 6000 Menschen heute Nachmittag das Stadion füllen, um dem DFB-Pokalspiel Germania Halberstadt gegen den Bundesligisten SC Freiburg zuzuschauen. Dabei bereiten sich nicht nur die Fußballer auf die Begegnung vor, viel Arbeit ist im Hintergrund notwendig, um so ein Ereignis zu stemmen. Immerhin mindestens ein Vierteljahrhundert ist es her, dass es zum letzten Mal so ein besonderes Spiel in der Harzregion gab.

Unterstützung aus Region eher mau

Wobei die Unterstützung gerade aus der Region eher etwas mau ist, wie Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke) gestern auf der Pressekonferenz zugab. „Wir führen viele Gespräche, gerade auch mit der Wirtschaft, aber noch konzentriert sich die Unterstützung der Regionalliga-Mannschaft leider sehr auf den Bereich Halberstadt. Da ist noch viel zu tun.“

Kirchturmdenken kritisiert

Ein Satz, der Olaf Herbst fast zu harmlos ist. Der Präsident des VfB Germania Halberstadt kämpft seit Jahren darum, dass man sich im Harzkreis als gemeinsame Region versteht und nicht jeder nur rund um seinen Kirchturm aktiv wird. Doch die Vorfreude auf das Spiel ist auch Olaf Herbst anzumerken. Die Regionalliga-Elf wird dabei in neuen Trikots auflaufen. Die Halberstädter Unternehmer Nick und Norbert Böttcher hatten das Auswahlverfahren für die neue „Werbebrust“ der Germanen gewonnen.

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Essen nach Wunsch

Seit Wochen laufen im Halberstädter K6-Seminarhotel in der Kirschallee die Vorbeitungen auf das heutige DFB-Pokalspiel. Der Bundesligist hat dort am gestrigen Freitag in Sichtweite zum Friedensstadion sein Quartier bezogen.

„Wir freuen uns natürlich, dass die Mannschaft bei uns zu Gast ist. Bereits kurz nach der Auslosung habe ich das erste Telefongespräch mit dem Team-Koordinator der Freiburger geführt“, berichtet K6-Geschäftsführer Edward Masannek. In der vergangenen Woche habe man dann unter anderem eine Wunschliste zur Verpflegung der Profis erhalten. Das sei aber nicht außergewöhnlich. „Leistungssportler haben eben bestimmte ernährungsphysiologische Vorgaben, auf die man als Gastgeber vorbereitet sein muss“, sagt Edward Masannek. Dazu würden unter anderem frisches Obst und Gemüse sowie glutenfreies Dinkelbrot gehören.

Keine Starallüren

Ansonsten sei der SC Freiburg ein unkomplizierter Verhandlungspartner. Von Starallüren keine Spur. „Es ist eine sehr freundliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, so der K6-Geschäftsführer. Zwei Fußballspieler würden sich auf ausdrücklichen Wunsch des SC Freiburg je ein Zimmer teilen. Was angesichts von 120 Zimmern im Seminarhotel eigentlich nicht zwingend notwendig wäre. „Es ist aber gut für den Team-Geist“, sagt Edward Masannek.

Keine Sonderbusse

Das K6-Seminarhotel musste auch nicht zur Hochsicherheitszone während des Aufenthalts der Profi-Fußballer erklärt werden. Bedeutet, der normale Hotelbetrieb läuft weiter. Für die anderen Gäste des Hauses gebe es keine Einschränkungen. „Natürlich speist die Mannschaft separat im Hotel und hält ihre Besprechungen in extra Seminarräumen ab“, berichtet Edward Masannek.

Keine Extra-Wurst im Nahverkehr

In Sachen öffentlicher Nahverkehr wird es für das Spiel ebenfalls keine „Extra-Wurst“ geben – trotz der schwierigen Parksituation und der Bauarbeiten um Stadion-Umfeld. „An uns hat es keine Anfragen zu Sonderfahrten gegeben“, teilen die Halberstädter Verkehrsbetriebe mit. Und auch der Harz-Elbe-Express (HEX) setzt keine Sonderzüge ein.

Das ist aus polizeilicher Sicht auch nicht nötig. Wie Sprecher Uwe Becker informiert, rechnen die Beamten mit etwa 100 Fans, die per Zug anreisen. „Wir gehen von viel Individualverkehr mit Pkw und Bussen aus“, sagt Becker.

Polizei entspannt unterwegs

Die Polizei sieht sich für das Spiel gut aufgestellt. Die hiesigen Beamten würden von der Landesbereitschaftspolizei unterstützt. Konkrete Zahlen nennt der Polizeihauptkommissar aus taktischen Gründen nicht. Becker und seine Kollegen setzen auf ein friedliches Aufeinandertreffen – sowohl der Fans als auch der Spieler. „Wir wünschen allen ein paar schöne Stunden“, so Uwe Becker. „Und am Ende soll die bessere Mannschaft gewinnen.“

Restkarten für das Spiel sind an der Tageskasse erhältlich, Anpfiff ist um 15.30 Uhr