Halberstadt l Räuber plündern den Tiergarten Halberstadt, warnt Zooinspektor Michael Bussenius. Die Bewohner der Naherholungseinrichtung in den Spiegelsbergen stehen auf dem Speiseplan von Füchsen und Waschbären. Kraniche, Schwäne, Störche und Enten sind den Eindringlingen bereits zum Opfer gefallen. Sogar vor Volieren machen die Raubtiere keinen Halt.

„Die Füchse haben längst jegliche Scheu abgelegt.“

Zooinspektor Michael Bussenius

Der Schreck war groß. Die heimlichen Stars des ­Tiergartens, das Gänsepaar Schnatter und Rienchen, sind auch den Räubern zum Opfer gefallen. Die Spuren an den Überresten der Vögel deuten klar auf einen Fuchsangriff hin, sagt Michael Bussenius. „Zehn Jahre haben die Gänse kleine und große Besucher unterhalten.“ Über Jahre war das drollige Pärchen in der Tiergartenshow der Brüder Bussenius zu sehen.

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Im Umfeld der bei Jung und Alt beliebten Naherholungseinrichtung leben nach einer Schätzung von Zooinspektor Michael Bussenius über 100 Füchse und Waschbären. Die würden ihren Speisezettel mit Bewohnern des Tiergartens regelmäßig bereichern. Michael Bussenius: „Die Füchse haben längst jegliche Scheu abgelegt. Kürzlich erst, als ich morgens meinen Dienst begonnen habe, stand ein Fuchs direkt vor mir.“ Selbst zu Volieren verschaffen sich die Räuber Zutritt und fressen Greifvögel.

Die Konsequenzen aus den Vorfällen sind: Gänse, Kraniche und andere Vögel werden bereits ab 16/16.30 Uhr sicher weggeschlossen und erst am Morgen spät wieder herausgelassen. „Für die Besucher ist das nicht so schön“, bedauert Michael Bussenius. Aber zum Schutz der Tiere sei es unerlässlich.

Vorfälle mit Raubtieren sind im Tiergarten allerdings nicht neu. Vor einigen Jahren hat ein Luchs ein Kängeruh gerissen. In der Folge sind die Gehege von Kängeruhs und Maras mit einem Elektro-Zaun gesichert.

Die Probleme mit Füchsen im Halberstädter Tiergarten kennt Rudolf Hübner, Jäger und Leiter der Hegegemeinschaft Süd in Halberstadt. „Ich war erst vor etwa acht Wochen vor Ort und habe drei Füchse geschossen“, berichtete der Jäger. Um solch einen Einsatz in einem befriedeten Gelände durchführen zu können, bedarf es einer Sondergenehmigung des Landratsamtes.

„Die gibt es von dem verantwortlichen ­Sachgebietsleiter Edgar Kaufhold innerhalb von 24 Stunden“, lobte der Jäger. Sobald diese vorliegt, kann die Aktion gewöhnlich morgens um 5.30 Uhr starten und ist zu Beginn der Besuchszeit erledigt. Rudolf Hübner und sein Sohn Matthias stehen für weitere notwendige Fuchsbekämpfungsaktionen zur Verfügung.