Neues altes Schätzchen für Huy-Feuerwehr

Gemeinde Huy übernimmt vom Landkreis ein Löschfahrzeug

Ein weiteres Löschfahrzeug für die Gemeinde Huy sollte eigentlich Anlass zur Freude sein. Für Wehrleiter Bodo Fuckert aber ist das auch ein Grund für mahnende Worte zum Brandschutzplan der Gemeinde, der dringend angepasst werden müsse.

Von Ramona Adelsberger
Übergabe eines Löschfahrzeuges für die Huy-Gemeindefeuerwehr (von links): Udo Hinz, Henry Meinke (am Steuer), Peter Grolle, Hans-Georg Leimberg, Melanie Heinecke, Bodo Fuckert, Merve Bentzien, Bernd Lange, Burkhard Schulz und Kai-Uwe Lohse.
Übergabe eines Löschfahrzeuges für die Huy-Gemeindefeuerwehr (von links): Udo Hinz, Henry Meinke (am Steuer), Peter Grolle, Hans-Georg Leimberg, Melanie Heinecke, Bodo Fuckert, Merve Bentzien, Bernd Lange, Burkhard Schulz und Kai-Uwe Lohse. Foto: Ramona Adelsberger

Wernigerode/Schlanstedt - Seine 28 Jahre sieht man dem roten Löschfahrzeug nicht an, das auf dem Hof des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Wernigerode steht. Das Fahrzeug ist bisher in Benneckenstein zum Einsatz gekommen, wird dort aber nicht mehr gebraucht und soll nun ab sofort den Feuerwehr-Fuhrpark in der Gemeinde Huy ergänzen.

Und weil dieses LF 16 TS seinen Platz künftig in der Garage von Schlanstedt finden soll, sind die Schlanstedter Kameraden Henry Meinke, Peter Grolle und Melanie Heinecke nach Wernigerode gekommen, um das Fahrzeug im Empfang zu nehmen. Der Schlanstedter Ortswehrleiter Volker Leimberg ist an diesem Vormittag dienstlich verhindert, hat aber mit seinem Vater Hans-Georg Leimberg kurzerhand einen würdigen Ersatz gefunden. Denn Vater Leimberg, der heute in Wernigerode wohnt, gehört seit 1959 der freiwilligen Feuerwehr an und hat viele Spuren bei der Feuerwehr in Schlanstedt hinterlassen.

Weiterhin sind bei dieser Übergabe dabei: Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse, Merve Bentzien von der Kreisverwaltung, Gemeindewehrleiter Bodo Fuckert, der für die Feuerwehren zuständige Gemeindemitarbeiter Burkhard Schulz und Bernd Lange, Techniker und ehemaliges Mitglied der Gemeindewehrleitung.

Fahrzeug ist in hervorragendem Zustand

Für die technische Übergabe ist Udo Hinz, Mitarbeiter des Feuerwehrtechnischen Zentrums verantwortlich. Er bestätigt, dass sich das Fahrzeug in einem Top-Zustand befindet und in Benneckenstein stets vorbildlich gewartet wurde. Das Fahrzeug habe einen neuen Tüv und sei sofort einsatzbereit. Auch das gesamte feuerwehrtechnische Zubehör erscheine in optisch einwandfreiem Zustand und sei sehr gepflegt. Weil dieses Fahrzeug ursprünglich für die Bundeswehr gebaut und ausgerüstet wurde, befänden sich hier weit mehr technische Ausrüstungsgegenstände an Bord, als auf „normal“ ausgestatteten Fahrzeugen.

„Wir sind dem Landkreis sehr dankbar, dass wir dieses Fahrzeug übernehmen können“, sagt Bodo Fuckert, bevor er das Übergabeprotokoll unterschreibt und die Papiere entgegen nimmt. Er betont, dass dieses Fahrzeug zunächst als Reservefahrzeug betrachtet werde, das erst einmal in Schlanstedt seinen Platz finden wird. „Die Schlanstedter Kameraden haben die Garage vorbereitet und genügend Platz geschaffen.“

Wenn allerdings ein Fahrzeug einer der insgesamt zwölf Ortsfeuerwehren in der Gemeinde Huy seinen Geist aufgeben sollte, werde dieses zusätzliche Löschfahrzeug sofort als Ersatz dienen, damit die Einsatzbereitschaft überall gegeben sei. Bis dahin aber werde das Fahrzeug bei jeder Alarmierung zusätzlich mit dabei sein, wenn die Schlanstedter Kameraden die Einsatzstärke absichern können.

Zudem werde das Fahrzeug auch die Alarmierungen des Kreisfeuerwehrverbandes und des Katastrophenschutzes, zu denen die Feuerwehren Badersleben, Dedeleben, Anderbeck und Vogeldorf gehören, verstärken. „Diese Zusage haben wir gemacht und dazu stehen wir auch“, betont Fuckert.

So richtig rundum freuen kann sich der Gemeindewehrleiter über das „neue“ Fahrzeug allerdings nicht. „Wir in der Gemeinde Huy laufen der Zeit hinterher.“ Die zuständige Feuerwehrunfallkasse sehe für Löschfahrzeuge eine Nutzung von höchstens 25 Jahren vor. „Wenn ich mir den gesamten feuerwehrtechnischen Fuhrpark in der Gemeinde Huy anschaue, dann reden wir über Fahrzeuge, die älter als 25 oder sogar als 30 Jahre sind.“ Er sei der Meinung, dass die Bürger ein Recht darauf haben, zu erfahren, warum die Ortsfeuerwehren mit solchen „Oldtimern“ arbeiten müssen.

Papier müsste alle vier Jahre ergänzt werden

„Ich vermisse einen aktuellen Brandschutzplan in der Gemeinde, in dem verbindlich die Anschaffung neuer Technik vorgesehen ist.“ Die technische Ausstattung der Feuerwehren gehöre zu den Pflichtaufgaben einer Kommune und müsse im Brandschutzplan geregelt sein. Dieser sei in der Gemeinde Huy allerdings von 2013 und längst nicht mehr aktuell, so Fuckert und erklärt, dass ein solcher Plan alle vier Jahre fortgeschrieben und angepasst werden müsse. Grundlage dafür sei die Risikoanalyse, in der alle zu schützenden Komponenten wie Gewerbegebiete, Heime und Wohngebiete betrachtet werden.