Wernigerode l „Geologie ist populär geworden“, sagt Friedhart Knolle. Irgendwo sei medial immer ein Saurier unterwegs oder ein Berg explodiere.

Der Goslarer ist einer von drei Autoren des gerade erschienenen Buches „Nordwestliches Harzvorland – Die Klassische Quadratmeile der Geologie“. Bereits 2011 habe der Quelle & Meyer Verlag aus dem rheinland-pfälzischen Wiebelsheim bei ihm angeklopft, um ihn für eine Veröffentlichung in der dort publizierten Reihe „Streifzüge durch die Erdgeschichte“ zu gewinnen.

Mitstreiter gewonnen

Zunächst sei er wegen dem mit dem Projekt verbundenen hohen Arbeits- und somit Zeitaufwand eher skeptisch gewesen, gesteht der promovierte Geologe. Doch dann habe er Mitstreiter gefunden. Zunächst bei einer Exkursion „per Zufall“ Stefan Mohr, Diplomingenieur und derzeit Student der Geoinformatik an der Universität Salzburg. Friedhart Knolle: „Mit der Harzregion und ihrer Geologie ist er bestens vertraut.“ Von ihm seien zum Beispiel die Routenkarten beigesteuert worden.

Mohr habe Marion Seitz mit ins Team geholt. Sie besitze einen Bachelor in Geowissenschaften und absolviere momentan ein Masterstudium an der University of the Highlands and Islands in Großbritannien.

Fülle an Gesteinen

Wie kaum an einem anderen Ort Mitteldeutschlands könne man im westlichen Teil des Harznordrands und seinem Vorland eine Fülle von Gesteinen vom Erdaltertum bis zu jüngsten Ablagerungen auf engstem Raum finden, erläutern die Verfasser einleitend. Und: „Durch tektonische Verschiebungen sind im Gebiet zwischen Salzgitter, Goslar und Wernigerode noch heute neben Gesteinen aus dem Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper Jura, Ober- und Unterkreide auch die des Erdaltertums mit ihren einstmals ausgebeuteten Erzvorkommen zugänglich.“

Als Besonderheiten ließen sich beispielsweise das Weltkulturerbe Altstadt Goslar und Bergwerksmuseum Rammelsberg sowie die zahlreichen Salzstöcke, die die Vorharzlandschaft gliedern, herausheben. Bedeutende Lagerstätten mineralischer Rohstoffe würden bis heute einen Anreiz für Untersuchungen bieten.

Routen sorgfältig ausgewählt

Und zum Entdecken. Dabei seien die Routen mit Blick auf zwei Hauptkriterien ausgewählt worden. Friedhart Knolle: „Danach, was die Touristen an einem Tag schaffen können und wo der inhaltliche Zusammenhang gegeben ist.“

Insgesamt gehe es in einer Zeitreise durch 500 Millionen Jahre Erdgeschichte. Dabei würden mehr als 90 Geopunkte vorgestellt. Es gehe darum, dem Leser einen anschaulichen, lebendigen und verständlichen Einblick in die spektakulären Prozesse der Entwicklung unserer Erde zu vermitteln.

Komplettiert werde der geologische Führer durch Informationen zu Lehrpfaden, Mineral- und Fossilienfundstellen, Museen und Schaubergwerken. Der Wissenschaftler: „Zu den historischen Details haben wir Experten befragt.“

144 Seiten, 105 farbige Abbildungen, eine Tabelle, ISBN 978-3-494-01598-9, Bestellnummer 494-01598