Halberstadt l Mal nicht im Sandkasten buddeln, sondern in einem gerade errichteten und von ihnen mit 40 Säcken Erde gefülltem Hochbeet, das machte den ältesten Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Wehrstedter Orgelpfeifen“ sichtlich Spaß. Unter fachkundiger Anleitung von Annika und Amelie, die mit reichlich Material zum Gärtnern angereist waren, und Yvonne Frauendorf, Patricia Piehl und Kathrin Müller, den Patinnen vom Halberstädter E-Center, hoben die mit neuen Schürzen und Schaufeln ausgerüsteten Nachwuchsgärtner Löcher aus, setzten Gurken-, Kohlrabi-, Blumenkohl-, Brokkoli- und Salatpflanzen hinein und drückten die Erde um die Setzlinge vorsichtig an. Auf dem noch verbliebenen freien Platz zogen sie kleine Furchen und füllten diese mit Radieschen- und Möhrensamen.

Kleine Pflanzen haben viel Durst

Danach wurden die zarten Pflänzchen mit Wasser aus mehr als einem Dutzend kleiner Gießkannen angegossen. Das Gießen sei ab sofort genau so wichtig wie die Pflege des Beetes am Rande des Spielplatzes, erfuhren die Vorschulkinder. Und weil Gartenarbeit nicht nur Spaß bereitet, sondern auch durstig macht, gab es anschließend für alle gesunde Fruchtsaftgetränke.

Zur Stärkung überließen die drei Patinnen des Projekts „Gemüsebeete für Kids“ den Kindern noch einen riesigen Korb mit verschiedenen Früchten.

Lernmaterial im Gepäck

Doch damit war die „Bescherung“ längst nicht beendet. Alle Beteiligten bekamen Urkunden. Die Vorschulgruppe erhielt noch begleitendes Lernmaterial, um das am Beet Gelernte zu vertiefen, sowie einen großen gelben Teddy, der als Maskottchen ab sofort darauf achten soll, dass nach guter Pflege eines Tages reichlich geerntet werden kann.

Mit Erfahrung zur gesunden Ernährung

„Die Erlebnisse der Kinder innerhalb dieses Projektes sollen den Umgang mit gesunden Lebensmitteln fördern“, erklärt Yvonne Frauendorf das Engagement der Patinnen in der Initiative der Edeka-Stiftung „Aus Liebe zum Nachwuchs – Gemüsebeete für Kids“, „wir hoffen, dass wir auf diese Weise vielen Kindern helfen können, Erfahrungen mit frischem Gemüse zu sammeln und sie anregen, Obst und Gemüse regelmäßig zu essen.“ Denn es sei nachgewiesen, dass, wenn Kinder selbst säen, pflegen, ernten und gemeinsam essen, dies ihre Einstellung zu Lebensmitteln verändert und ihre Ernährungsgewohnheiten nachhaltig verbessere.

Blick für Ernährung schärfen

Mit dem Projekt „Gemüsebeete für Kids“ für Vorschulkinder möchte die Edeka-Stiftung Mädchen und Jungen an gute Lebensmittel heranführen und ihre Ernährungskompetenz kindgerecht und nachhaltig fördern. Bundesweit stellt die Stiftung Kindergärten und Kindertagesstätten kostenlos Hochbeete, Erde, Saatgut, Pflanzensetzlinge und Gärtnerutensilien bereit. Die Vorschulkinder erhalten so die Möglichkeit, ihr eigenes Gemüse zu säen, zu pflegen und später zu ernten. Durch das aktive Erleben von Natur und die Übernahme von Verantwortung für das eigene Beet erfahren die Kleinen, wie viel Fürsorge die Pflanzen benötigen und woher das Gemüse stammt. Zudem lernen sie beispielsweise den Unterschied zwischen Gurken und Zucchini oder ganz neue Gemüsesorten wie Rote Bete kennen.

Auch die gemeinsame Zubereitung ist ein zentraler Aspekt des Gemüsebeet-Projektes. Insgesamt pflanzen, säen, gießen, buddeln und ernten im Jubiläumsjahr mehr als 170 000 Vorschulkinder in ganz Deutschland.