Halberstadt l Manchmal ist ein Schneeballprinzip eine richtig gute Sache: So wie bei der Challenge, die gerade durch das Land zieht. Angesichts der Dürre sollen Bäume gegossen werden. Eine Herausforderung, der zunächst vor allem Landespolitiker gefolgt sind. Nun nehmen immer mehr Kommunalpolitiker und Prominente aus dem Harz den Ball auf – einige auf Herausforderung der Volksstimme.

So der Ballenstedter Bürgermeister Michael Knoppik. Der 44-Jährige goss am Dienstagabend einen jungen Straßenbaum vor seiner Haustür. „Wir gießen den Baum schon seit zwei Monaten – entweder meine Frau oder ich“, berichtet der CDU-Politiker, der eine klare Botschaft in Richtung der Einwohner hat. „Es wäre schön, wenn der eine oder andere Ballenstedter auch gießen könnte, denn wir haben in den vergangenen Jahren viel gepflanzt. Aber mit dieser Hitze wird es problematisch und es wäre schade, wenn viele Bäume es nicht schaffen würden.“

Zugleich fordert Knoppik im Rahmen der Challenge den Geschäftsführer des Flugplatzes Ballenstedt-Asmusstedt, Uwe Gröschler, den Chef der BAL-Stadtentwicklungsgesellschaft, Jan Lämmerhirt, und Stadtratsvorsitzenden Ulrich Pels (CDU) auf.

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Gartenschlauch statt Dirigentenstab

Auch Johannes Rieger, Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters und für seinen Humor bekannt, hat die Herausforderung der Volksstimme gern und sofort angenommen. Am Mittwoch nahm er statt des Dirigentenstabs den Gartenschlauch zur Hand und wässerte das Grün auf dem Theatervorplatz in Halberstadt.

Die Theaterleute haben sich ebenfalls für drei weitere Kandidaten entschieden, die zu Kanne oder Schlauch greifen sollen. „Wir nominieren natürlich weiter, und zwar: das Gleimhaus Halberstadt, die Moses-Mendelssohn-Akademie Halberstadt und die Quedlinburg-Information (QTM)“, teilt Marketingreferentin Anne Oehring mit, die die Aktion mit der Kamera begleitete. „Ich habe schon bei Facebook von der Challenge gelesen. Weil es für eine gute Sache ist, machen wir mit“, sagte sie gleich nach der Nominierung

Polizei spendet Platane

Sprichwörtlich mit Feuer und Flamme war auch der Harzer Polizeichef Marco Zeuner sofort bei der Aktion dabei. Zeuner entsann sich einer Platane, die im Jahr 2002 im Musestieg in Thale in die Erde gekommen war. Was auch kein Zufall war. „Damals wurden von den Beamten des früheren Polizeireviers Thale 220 Euro gespendet und in Thale eine Platane gepflanzt“, erinnert der Polizeidirektor. Diesen Baum nun im dürreheißen Sommer etwas Nass zukommen zu lassen, war für Marco Zeuner naheliegend. „Ich finde diese Aktion ausgesprochen toll und würde es begrüßen, wenn sich auch Bürger angesprochen fühlen und das Grün vor ihrer Haustür wässern“, so Zeuner.

Zugleich leitet Revierleiter Zeuner die Challenge an den Bürgermeister der Stadt Thale, Thomas Balcerowski (CDU), die Lokalredaktion der Mitteldeutschen Zeitung in Quedlinburg und an den Bürgermeister der Stadt Blankenburg, Heiko Breithaupt (CDU), weiter.