Halberstadt l Fahrradfahrern und Fußgängern platzt angesichts des schlechten Zustands des Weges in der Rudolf-Diesel-Straße in Halberstadt der Kragen. Verschobene Betonplatten und gefährlich aus dem Weg ragende Kanten verwandeln den Weg in eine Stolperpiste. Derzeit hagelt es wieder Kritik von betroffenen Bürgern. Zumal die Straße selbst für die Fahrradfahrer keine Ausweichoption ist.

Tausende Pkw und Lkw quälen sich täglich über die aktuell als Umleitungsstrecke ausgewiesene Rudolf-Diesel-Straße beziehungsweise die Oststraße, weil die Quedlinburger Straße im Bereich des Bahnübergangs seit Wochen voll gesperrt ist.

Weg und Straße sind eine Katastrophe

„Wer täglich mit dem Fahrrad fahren muss, ist in Halberstadt höchst gefährdet. Bevor eine Umleitung des Verkehrs erfolgt, könnte man auch an eine sichere Strecke für Radfahrer denken. Wenn schon das Geld für neue Radwege fehlt, könnte man wenigstens in der Diesel- und Oststraße den Fahrradweg ausbessern“, schreibt Heide Dille-Diesterkamp aus Harsleben. Auf der Straße könne man nicht fahren, wolle man nicht riskieren, von einem Fahrzeug erfasst zu werden. Die Harsleberin fragt, ob niemand an die vielen Schüler denke, die von Harsleben aus zur Schule nach Halberstadt fahren. Die Oststraße sei als Umleitungsstrecke extra für viel Geld ausgebaut worden. „An uns Radfahrer denkt kein Mensch.“

Bund und Land sowie die Stadt Halberstadt haben etwa 158.000 Euro investiert, um die Oststraße zwischen Bahnübergang und Kreuzung Otto-Spielmann-Straße als Umleitungsstrecke fit zu machen.

Anwohnerin fordert Sanierung

Zu den Kritikern gehört auch Monika Moll aus Halberstadt. „Ich fahre täglich mehrmals die Rudolf-Diesel-Straße mit dem Fahrrad entlang. Es ist eine Katastrophe! Rechts und links der Straße sind riesige Löcher, die Gullydeckel sind soweit abgesackt, dass man schon die untere alte Straße (Kopfsteinpflaster) sieht. Der Fußweg ist auch in einem schlechten Zustand, da ist teilweise das Pflaster aufgebrochen.“ Die Dieselstraße sei, jetzt wo sie wieder als Umleitungsstrecke ausgewiesen ist, für die Radfahrer lebensgefährlich, so Moll. Die Quedlinburger Straße sei in den zurückliegenden Jahren mehrmals aufgerissen und wieder verschlossen worden. „Vielleicht ist die Rudolf-Diesel-Straße ja auch mal dran. Zeit wird es – es würde mich freuen“, so die Halberstädterin.

Stadt mit Sanierung finanziell überfordert

Für eine mögliche Sanierung der vielbefahrenen Rudolf-Diesel-Straße ist die Stadt Halberstadt zuständig, weil es sich um eine kommunale Verkehrsader handelt. Im Rathaus wisse man um deren schlechten Zustand, sagt Ute Huch, Sprecherin der Stadtverwaltung.

„Auf Grund der Haushaltssituation mit vorläufiger Haushaltsführung sind mehr als Reparaturen nicht möglich“, reagiert die Rathaussprecherin auf die Bürgerkritik. Die Kommune sorge für die Verkehrssicherungspflicht. „Dies ist für die zuständige städtische Abteilung eine unbefriedigende Situation, die jedoch so schnell nicht geändert werden kann“, so Ute Huch. Nur den Fußweg instandzusetzen, würde laut Baufachleuten keinen Sinn machen.

Wenn man die Straße sanieren wolle, würde das nur als ­ganzes Projekt Sinn machen. Bei der über ­einen Kilometer langen Straße wäre eine Millionen-Investition notwendig. Über das Geld verfüge die Stadt derzeit nicht.