Halberstadt l Während die einen froh sind, dass sie die Wintersachen bald einpacken können, dreht sich bei Sigrid Hoppe gerade alles um Mützen. Einfarbig, bunt, mit Bommel und ohne, große und kleine – alle selbst gefertigt. Jeden Abend holt die Halberstädterin Nadel und Faden raus und legt los. Immerhin hat sie sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: 222 sollen es bis zu den Sommerferien werden, mindestens.

Selbst tragen wird sie die Kopfbedeckungen nicht. „Ich möchte sie für den guten Zweck spenden“, sagt die sechsfache Großmutter mit der mädchenhaften Figur. „Es gibt so viele Institutionen in der Region, die warme Sachen sicher gut gebrauchen können.“ Die Wärmestube, Kinderheime, die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) oder das Rauhe Haus könne sie sich als Begünstigte vorstellen.

Unterstützer gesucht

Die 66-Jährige hofft auf Unterstützer, die Fingerfertigkeit besitzen. „Ich weiß von so vielen, die in ihrer Freizeit gerne häkeln und stricken.“ Regelmäßig finden Handarbeitsnachmittage in der Stadtbibliothek und in Dörfern rund um Halberstadt statt. „Ich würde mich freuen, wenn sich einige finden, die Lust haben, bei der Aktion mitzumachen.“ Ob die Mützen gestrickt oder gehäkelt werden, mit Muster versehen oder einfarbig sind, Erwachsenen oder Kindern passen, sei egal.

Die Idee, Mützen für den guten Zweck zu spenden, ist nicht neu. „Ich bin durch eine Freundin aus Berlin darauf gekommen. Sie hat mich nach einem Strickmuster gefragt, weil sie einen Aufruf für einen Weltrekord in der Zeitung entdeckt hatte und mitmachen wollte.“ So eine Aktion müsste doch auch in Halberstadt möglich sein, dachte sich Sigrid Hoppe und häkelte los.

„Klar, jetzt wird es warm, aber der nächste Winter steht bevor“, sagt sie. Zudem habe sie die warme Jahreszeit gewählt, um nicht mit anderen Aktionen in der Stadt zu konkurrieren. So weiß sie von vielen engagierten Halberstädtern, die im Winter für „Weihnachten im Schuhkarton“ oder den Strickbasar der Halberstädter Bahnhofsmission stricken und häkeln. Für letzteren hat sie selbst schon das ein oder andere Stück gefertigt.

Früher viel gestrickt

Als junge Mutter habe sie viel gestrickt, berichtet Sigrid Hoppe. Bei vier Kindern in der Familie konnte so Geld gespart werden – und groß war die Klamotten-Auswahl zu DDR-Zeiten ohnehin nicht. Handwerkliches Geschick war auch in ihrem ersten Beruf gefragt: Maschinenbauerin mit Abitur. Später war sie in der Kultur, bei einer Versicherung, in der Gebäudewirtschaft und als Sekretärin tätig. „Ich hatte ein bewegtes Berufsleben“, sagt sie lachend. Währenddessen geriet das Hobby Handarbeiten ein wenig in Vergessenheit.

Dass sie jetzt wieder so aktiv ist – so hat sie Dutzende gehäkelte Stiftaufsätze in Tierform als Geschenke für die Enkel und Nachbarskinder parat – hat Sigrid Hoppe ihrem Arzt zu verdanken. „Ich habe Rheuma und er sagte, dass es deshalb wichtig ist, in Bewegung zu bleiben.“ Das Stricken gehe zwar nicht mehr so leicht von der Hand, dafür aber das Häkeln. Und so hat sie bereits 30 der wärmenden Kopfbedeckungen fertig.

Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann per Email an s.hoppe1952@gmail.com Kontakt mit Sigrid Hoppe aufnehmen.