Arbeitslosenquote gegenüber Januar nur leicht gestiegen / KoBa vermeldet deutlichen Rückgang bei Bedarfsgemeinschaften

Harzkreis verteidigt landesweit mit Rang fünf Platz im Vorderfeld

Von Ingmar Mehlhose

Halberstadt/Blankenburg l Der strenge Frost im Februar habe auch dem Arbeitsmarkt im Harzkreis zugesetzt, bilanzierte gestern Heike Schittko bei der Vorstellung der neuesten Zahlen (siehe Grafik). Dies betreffe vor allem den Bausektor und die Gebäudetechnik, aber auch Verkehr und Logistik sowie Schutz- und Sicherheitsgewerbe beziehungsweise Land- und Forstwirtschaft.

Diese Entwicklung sei allerdings weder überraschend, noch in dieser Höhe außergewöhnlich, betonte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Halberstadt. Mit Rang fünf im Landesschnitt lägen die Harzer weiter "im vorderen Feld". Und: "Wir haben wieder die geringste Arbeitslosenzahl seit 1991. Das ist eine positive Entwicklung."

Ein weiterer Grund sei, dass weniger Frauen und Männer in Arbeitsgelegenheiten aufgefangen würden. 1733 Personen im Februar 2011 stünden aktuell 1490 gegenüber.

Dennoch, so Heike Schittko: "Die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung am Arbeitsmarkt ist bereits jetzt spürbar." Die Unternehmen meldeten schon vermehrt freie Stellen. Derzeit würden 360 Angebote vorliegen. Etwa 90 Prozent davon bewegten sich im sozialversicherungspflichtigen Bereich. Auch dies sei aus Sicht der Agentur äußerst erfreulich, vermerkte deren Chefin.

Für den Eigenbetrieb Kommunale Beschäftigungsagentur Jobcenter Landkreis Harz (KoBa) erläuterte Monika Reuschel die statistischen Eckdaten. Laut Fachbereichsleiterin Arbeitsmarktpolitik der Halberstädter Filiale würden momentan 26 921 Personen in 15 772 Bedarfsgemeinschaften Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB II) beziehen. Deren Zahl habe sich im Vergleich zum Januar um 756 verringert. Monika Reuschel: "Das entspricht einer Senkung um 4,6 Prozent innerhalb eines Jahres und ist der niedrigste Februarwert seit 2006."

Hervorzuheben sei ebenfalls der deutliche Rückgang bei den sogenannten Aufstockern von 9,6 Prozent gegenüber 2011. Die KoBa-Bedienstete: "Das deutet darauf hin, dass es gelungen ist, mehr Menschen in Jobs zu vermitteln, die einkommendeckend sind." Seit Jahresbeginn hätten über den Eigenbetrieb 402 Arbeitssuchende in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit oder Selbständigkeit vermittelt werden können. Für 159 Kunden sei eine geringfügige Beschäftigung gefunden worden. Der KoBa-Arbeitgeberservice habe insgesamt 408 offene Stellen akquiriert. Monika Reuschel: "Bis Februar konnten davon 297 sofort besetzt werden." 70 Prozent davon hätten zuletzt anteilig im Dienstleistungssektor gelegen, 8,8 Prozent im Baugewerbe, 8,2 Prozent in der Zeitarbeit sowie 0,6 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft.

Die jüngste Arbeitsmarktbilanz wurde übrigens im Blankenburger AZURIT Pflegezentrum vorgestellt. Aus gutem Grund, so Heike Schittko, denn "diese Branche boomt". Gerade der Landkreis Harz sei mit solchen Einrichtungen "stark besetzt" (mehr dazu demnächst).