Badersleben l Was eine Wetter-App ist, weiß seit dem Wochenende jeder Museumsfreund aus Badersleben. Und auch, dass diese Wetter-App funktioniert. Denn pünktlich um 11 Uhr begann der trockenen Teil des Tages, genau wie diese Wetter- App vorausgesagt hatte.

Mit einer Bemerkung zum Wetter begrüßte Inge Schütt vom Heimatverein alle, die zur Eröffnung des Jubiläumsfestes auf den Museumshof gekommen waren. Schon Wochen vor dem Fest hatten sich die Mitglieder des Heimatvereins Badersleben um die Vorbereitung des Festes bemüht.

Da wurden Ausstellungen erarbeitet und Vorträge organisiert. Zur gastronomischen Versorgung der Gäste wurden Aufgaben verteilt und Einzelheiten geplant. Doch dann kam alles anders. Das Fest sollte eigentlich auf dem Museumshof stattfinden. Wegen des drohenden Regens entschieden sich die Organisatoren jedoch für Plan B, den Umzug in die die Wassermühle. Wie gut, dass der Hauptverantwortliche des Heimatvereins, Dietmar Küchenmeister, auch Herr der Mühle am Paulsplan ist, die über geeignete Räume und überdachte Flächen verfügt. Und so spielte sich der Hauptteil des Festes im historischen Ambiente der Wassermühle ab.

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Dank an Mitarbeiter

„Wir haben alles gesammelt, was alt war, und das stapelte sich bald“, erinnerte Dietmar Küchenmeister an die vor zehn Jahren überfällige Entscheidung des Heimatvereins, ein eigenes Heimatmuseum einzurichten. Küchenmeister dankt allen bisherigen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern, die in den vergangenen zehn Jahren durch ihre Arbeit Spuren im Museum hinterlassen haben.

Ausdrücklich lobte er den jetzigen guten Geist im Museum, Inge Schütt, die zwar ein strenges, jedoch gewissenhaftes Regiment führe.

Als einen Glücksfall für den Heimatverein und das Heimatmuseum sieht der Vorsitzende die gute Beziehung zu Familie Aschenbrenner, die das Gebäude gekauft hat und nun als Vermieter und direkter Nachbar ein offenes Ohr für den Verein zeige. Das Gebäude, eine ehemalige Scheune, ist zur Zeit noch teilweise eingerüstet, rechtzeitig zum Jubiläum hat der Nachbar das Dach in Ordnung gebracht.

Die Gratulanten waren nicht mit leeren Händen gekommen, so überbrachte der Schützenverein von Badersleben eine gerahmte Original Ehrenschießscheibe , die vor 1939 datiert wurde. Die Schüsse auf diese Scheibe stammen von Friedrich Bothe, dem Großvater des jetzigen Vorsitzenden, Lutz Bothe. Und Marie -Luise Diedrich übergab einen Wasserball, der schon zu DDR-Zeiten aufgeblasen worden sei. Weiterhin gratulierten Gäste von befreundeten Heimatmuseen wie zum Beispiel aus Dedeleben und Osterwieck.

Durch die Räume geführt

Nach dem Empfang begaben sich die Gäste in die Museumsräume, um sich davon zu überzeugen, dass Inge Schütt tatsächlich jedes Ausstellungsstück und jedes Dokument kennt. In passendem Kleid und stilvoll mit Hut und Handtasche führte die Hobby-Heimatforscherin die interessierten Gäste durch die Geschichte von Badersleben, die ab sofort noch in einem weiteren Raum zu sehen ist.

Auch neue Ausstellungen wurden für das Jubiläum erarbeitet. So hat Johannes Klimmasch alte Postkarten von Badersleben zusammengetragen. Günter Bosse erinnert mit dem Thema Eisenbahnen und Badersleben an die Zeit, als die Bahn noch durch Badersleben fuhr.

Nach dem Museumsbesuch pilgerten alle Gäste langsam in Richtung Wassermühle, wo das Fest weiterging. Für das leibliche Wohl waren ein üppiges Kuchenbuffet von den Vereinsfrauen und herzhafte Grillvariationen vorbereitet worden. Den vereinseigenen Hozbackofen hatten die Hobby-Bäcker angeheizt und fünf große Blechkuchen gebacken., außerdem noch Brote, die mit Schmalz und Gurke viele Abnehmer fanden.

Jeder Platz war besetzt, als Hans-Otto Krüger im ehemaligen Kuhstall der Mühle mit seinem Vortrag zur landwirtschaftlichen Entwicklung von Badersleben begann.

Wer keinen Platz mehr gefunden hatte, konnte sich beim Handarbeitsbasar neue Ideen holen, oder den Schustern Johannes Abmeier und Holger Klaue auf die Finger schauen, die ihr Schusterhandwerk präsentierten.

Die Wetter App sollte Recht behalten, um 14 Uhr, kam die Sonne heraus. Viele wollten die Geschichten um die bösen Buben Max und Moritz sehen. In Sieben Streichen übertrafen sich die Akteure an Einfällen und Spielfreude immer wieder und ernteten viel Applaus.

Und weil ein Höhepunkt den nächsten jagte, blieb auch bei der plattdeutsche Stunde mit Dr. Hans-Joachim Lorenz, der Geschichten und Episoden in bester Mundart vorzutragen weiß, kein Platz frei.