Halberstadt l Das Vogelkunde­museum Heineanum am Domplatz in Halberstadt hat sich in eine Baustelle verwandelt. Zumindest äußerlich. Ein Baugerüst verhüllt das Ausstellungsgebäude auf dem Gelände des Städtischen ­Museums. Die Fassade des unter Denkmalschutz stehenden Hauses wird aufwendig instandgesetzt, informiert Jörg Wolansky von der Stadtverwaltung Halberstadt.

Großflächige Schäden

Das Nebengebäude gehört zur Spiegelschen ­Kurie, in dem sich das Städtische Museum befindet. Das repräsentative Gebäude ist 237 Jahre alt und diente erst der Familie Spiegel als Wohnhaus, seit 1905 beherbergt es das Städtische Museum.

„Wir beantragten bereits vor zwei, drei Jahren Fördermittel für die Sanierung der desolaten Fassade. Jetzt haben wir das Geld dafür erhalten“, berichtet der Baufachmann. Etwa 40.000 Euro bekam die Kreisstadt vom Bund und vom Land Sachsen-Anhalt. Mit einem Eigenanteil muss sich die Kreisstadt an den Arbeiten nicht beteiligen. Angesichts der angespannten Haushaltslage und einem millionen­schweren Defizit wäre das nur schwer, beziehungsweise nicht möglich gewesen. Aus diesem Grund habe die Kommune mit Geduld auf das Geld gewartet, so Jörg Wolansky.

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Die Sandsteinfassade würde sich in einem sehr schlechten Zustand befinden, attestiert Jörg Wolansky. Sicher sei, dass in den zurückliegenden 30 Jahren an dem Bauwerk keinerlei Instandsetzungsarbeiten erfolgt sind.

Problemmörtel

„Es gibt großflächige Schäden durch Streusalz, das die Steine stark angegriffen hat und sie förmlich zerbröseln ließ“, schildert der Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Situation. Ein großes Problem bereitet der alte Mörtel, mit dem die Fugen des Museums-Gebäudekomplexes einst verputzt wurden. Das Material – ein Kalk/Gipsmörtel, das in Verbindung mit Zement und Feuchtigkeit aufquillt – hat am weichen Sandstein starke Abplatzungen verursacht. ZAußerdem werden die alten Fenster des Hauses gegen neue ausgetauscht. In etwa drei Wochen sollen die Arbeiten, für die ein Halberstädter Unternehmen den Zuschlag erhalten hat, abgeschlossen sein.

Bis auf das Verwaltungsgebäude sind die Fassaden der zum Museum gehörenden Gebäude alle saniert worden, sagt Jörg Wolansky. Die Stadtverwaltung habe zwar einen Fördermittelantrag für eine energetische Sanierung beim Land Sachsen-Anhalt gestellt. Der sei aber leider nicht positiv beschieden worden.

Etwa 300 000 Euro

Bereits 2013 musste der Westgiebel des Museums saniert werden, weil dort der Einsturz drohte. Bei einer Voruntersuchung zum Bau einer Feuertreppe wurde festgestellt, dass der Westgiebel schief steht. Sage und schreibe elf Zentimeter stand die Wand nicht im Lot. In einem komplizierten Verfahren ist die komplette, tonnenschwere Wand in der Decke des Hauses verankert worden. 110.000 Euro sind ­damals für die Sicherung und 65.000 Euro für den Brandschutz und den Bau einer Feuertreppe investiert worden. 2014 sind der Ostgiebel und die Nordseite des Hauses aufwendig saniert worden. 96.000 Euro Fördergelder und 24.000 Euro aus dem Stadthaushalt flossen dafür.

Unterm Strich seien bislang etwa 300.000 Euro in die aufwendigen Arbeiten investiert worden.