Informationen zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei und der Typisierung

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die vor 27 Jahren von Dr. Peter Harf und Prof. Gerhard Ehninger in Deutschland gegründet wurde. Heute ist die DKMS in Deutschland, in den USA, Polen, Chile und in UK aktiv.

Blutkrebs ist der Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks beziehungsweise des Blut bildenden Systems, bei denen die normale Blutbildung durch die unkontrollierte Vermehrung von bösartigen Blutzellen gestört ist. Wegen dieser Krebszellen kann das Blut seine lebensnotwendigen Aufgaben nicht mehr ausführen, zum Beispiel Infektionen bekämpfen, Sauerstoff transportieren oder Blutungen stoppen.

Bei einer Typisierung werden den potenziellen Knochenmarkspendern mit Wattestäbchen Abstriche von der Wangenschleimhaut genommen. Nach der Registrierung speichert die DKMS die Untersuchungsergebnisse des Wangenabstrichs in der Datei und stellt diese anonym für den weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung. Bislang haben sich weltweit über 9,6 Millionen Menschen registrieren lassen, allein in Deutschland sind es 6,4 Millionen. Weltweit wurden bisher 81 622 Spender vermittelt.

Grundsätzlich kann jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potenzieller Stammzellspender registriert werden. Registrierte 17-Jährige dürfen zwar noch keine Stammzellspenden spenden, werden aber ab dem 18. Geburtstag automatisch in der Datei aktiviert und bei der Suche nach Spendern entsprechend berücksichtigt.

Nach der Registrierung stehen die Gewebemerkmale für die ­Suche von Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung. Stimmen Merkmale eines Spenders mit denen eines Patienten überein, nimmt die DKMS Kontakt mit dem Spender auf.

In circa 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen der Blutbahn entnommen. Es ist keine Operation notwendig. Bei der Knochenmarkspende wird dem Spender unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm circa fünfProzent seines Knochenmarks entnommen. Innerhalb von zwei bis vier Wochen regeneriert sich das Knochenmark beim Spender.

Die DKMS ist für den weiteren Ausbau der Datei auf Geldspenden angewiesen. Denn obwohl die Kosten, die für die Registrierung anfallen, im Laufe der Zeit deutlich gesunken sind – von anfänglich 600 DM auf heute 35 Euro – müssen sie dennoch aus Spenden generiert werden.

Im Kampf gegen Blutkrebs zählt jeder Euro, denn allein die Registrierung eines neuen Spenders kostet die DKMS 35 Euro. Nicht jeder Spender kann die Kosten seiner Registrierung selbst tragen. Als gemeinnützige Organisation ist die DKMS daher auf Geldspenden angewiesen. Weitere Informationen im Internet unter www.dkms.de.

(Quelle. DKMS)

Halberstadt l Menschen in Not zu helfen, ist für die Frauen und Männer der Halberstädter Feuerwehr eine Lebensaufgabe – nicht nur, wenn es brennt oder nach Verkehrsunfällen sind sie zur Stelle. Ihr Engagement geht weit darüber hinaus.

Jetzt rufen die Feuerwehrleute alle gesunden Frauen und Männer im Alter von 17 bis 55 Jahre zu einer Registrierungsaktion für die Deutsche Knochen-     markspenderdatei (DKMS) auf, um für einen an Blutkrebs erkrankten jungen Mann den passenden Stammzellspender zu finden und ihm damit das Leben zu retten.

Diagnose Blutkrebs

Konkret geht es um den 23 Jahre jungen Christof Zobel aus Ermsleben. Anfang Oktober erhielt er die Diagnose Blutkrebs. Eine Nachricht, die sein Leben komplett auf den Kopf stellte. Christof kann nur überleben, wenn es irgendwo auf der Welt einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist.

„Wir erfuhren in den sozialen Netzwerken von einer ­Spendenaktion in Aschersleben für Christof Zobel. Da war für uns klar, dass sich die Halberstädter Feuerwehr mit einer eigenen Aktion für die Deutsche Knochen-  markspenderdatei beteiligt“, berichtet ­Feuerwehrsprecher Chris ­Buchold. Von der Idee zu helfen, seien die Kameraden sofort begeistert gewesen und hätten ihre Unterstützung zugesagt, bestätigt Martin Schulz, Ortswehrleiter Halberstadt. Zehn Kameraden betreuen die Registrierung in der Feuerwache Halberstadt, Am Breiten Tor 2, am Sonnabend, 14. Dezember, von 10 bis 14 Uhr. Frank Kühl, in seiner Freizeit aktiver ­Feuerwehrmann und von Beruf ­Direktor des Ameos-Klinikums Halberstadt, sichert die Verpflegung der Spender mit einem Buffet ab. Die Familie von Christof Zobel lädt zu einer Tombola ein, deren Erlös für die DKMS bestimmt ist.

Jede Registrierung kostet der Organisation 35 Euro. Krankenkassen dürfen sich laut ­Sozialgesetzbuch nicht an der Typisierung beteiligen. Das geschieht erst, wenn ein Stammzellspender gefunden ist.

Mund auf, Stäbchen rein

Die DKMS stellt die Stäbchen für die Gewebe­entnahme zur Verfügung. „Blut muss heute niemandem mehr für die Registrierung abgenommen werden. Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“, sagt Martin Schulz. Die Registrierung geht einfach und schnell. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen vorgenommen, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Das ganze dauert höchstens fünf Minuten.

Viele Mitglieder der Wehr können sich daran erinnern, dass 2011 ein Kamerad aus den eigenen Reihen die Blutkrebs-Diagnose erhielt. Damals rief die Wehr erstmals zu einer Hilfsaktion auf, um einen passenden Spender für den erkrankten Wolfgang Böttcher zur finden. 581 Blutspenden wurden abgegeben und über 3600 Euro für die DKMS gesammelt. Der passende Spender wurde leider nicht gefunden, Frank Böttcher starb.

Chancen erhöhen

„Es ist wichtig, dass sich viele Bürger registrieren lassen, um die Chance zu erhöhen, dass ein passender Spender gefunden wird“, bittet Chris Buchold um eine rege Beteiligung der Halberstädter. „Wir haben auch die sieben Ortswehren Halberstadts angeschrieben und um Unterstützung gebeten.“

Christofs Mutter, Karin Zobel, berichtet: ­„Chrissi hatte Schmerzen in der Wade, das Zahnfleisch war wund, er fühlte sich schlapp und unwohl. Die Notfallambulanz Quedlinburg hatte nach der Blutabnahme einen ersten schrecklichen Verdacht.“ Daraufhin ging es direkt mit dem Krankenwagen ins Uniklinikum nach Magdeburg. Dort brachte eine Knochenmarkuntersuchung die traurige Gewissheit. Sofort sei mit der ersten Chemotherapie begonnen worden. Seitdem liegt Christof in der Klinik. „Es ist wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter für Chrissi gefunden werden. Wir klammern uns an jeden Strohhalm“ , so Karin Zobel.

Unterstützung

Unterstützung fand die Aktion in Aschersleben, informiert die DKMS. „Für Chrissi haben sich 548 Personen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Zusätzlich wurden 6203 Euro an Geldspenden eingenommen“, heißt es in einer Mitteilung.