Halberstadt l Das Thema Hunde, die dafür fällige Steuerpflicht sowie die Hinterlassenschaften der lieben Vierbeiner im Stadtgebiet beschäftigen augenscheinlich viele Halberstädter. Das wird zumindest deutlich, wenn man dafür die Resonanz auf thematische Veröffentlichungen zu diesem Thema zugrunde legt. Nachdem die Volksstimme vor wenigen Tagen über gemeinsame Hundestreifen von Ordnungsamt und Polizei berichtet hatte, meldeten sich gleich mehrere Einwohner am Lesertelefon zu Wort. Nicht nur mit Kritik, sondern auch mit konkreten Vorschlägen und Forderungen, die die Ordnungsbehörde nun prüfen und womöglich aufgreifen will, wie Fachbereichsleiter Ralf Fleischhauer auf Anfrage angekündigt hat.

Zu wenig Müllkörbe in der Stadt

Dreh- und Angelpunkt der Leserkritik ist der Widerspruch zwischen der Forderung, die Hinterlassenschaften der Hunde zu entfernen, und dem Fehlen einer entsprechenden Zahl von Müllkörben im Stadtgebiet. „Die Voraussetzungen sind dafür in Halberstadt einfach nicht gegeben“, erinnert beispielsweise Joachim Rösner und ergänzt: „In zwei Dritteln des Stadtgebiets gibt es keine Müllkörbe.“ Das sei andernorts – beispielsweise in Blankenburg – besser, da gebe es alle 100 Meter einen entsprechenden Müllkorb. „Wofür“, so Rösners Frage in Richtung Stadtverwaltung, „zahle ich in Halberstadt Hundesteuer“?

Ein Problem, auf das analog auch Dietmar Nelius und Horst Tödter am Lesertelefon kritisch hingewiesen haben. Wenn man wolle, dass die Besitzer den Kot ihrer Tiere entfernen, müsse man auch in akzeptabler Distanz Müllkörbe aufstellen. Zudem, so Horst Tödter, „sollte es im Gegenzug zur vergleichsweise recht hohen Hundesteuer auch ausreichend viele Tütenspender im Stadtgebiet geben“.

Hundesteuer ist Luxussteuer

Ein Punkt, den der zuständige Leiter der städtischen Abteilung Ordnungswesen, Ralf Fleischhauer, zwar nachvollziehen kann, für den es – formell gesehen – aber keine Grundlage gebe. „Um es deutlich zu sagen: Die Hundesteuer ist eine Luxussteuer, mit der erst einmal keine Gegenleistung wie beispielsweise Kottüten verbunden sind“, so Fleischhauer. Gleichwohl sei man in der Verwaltung bestrebt, den Wünschen der Hundehalter Rechnung zu tragen.

Verwaltung will nachjustieren

So sei man bereits dabei, die Platzierung der Müllkörbe im Stadtgebiet zu überprüfen. Während es im Stadtzentrum augenscheinlich eine Überversorgung gebe – „wir brauchen an einer Bank auf dem Holzmarkt keine zwei Körbe“ – fehlten diese in Randbereichen. „Wir sind dabei, bei der Platzierung nachzujustieren“, kündigt Fleischhauer an. An der Gesamtzahl der Körbe werde sich aber nichts ändern.

Feste Spender für Kottüten werde es auch künftig nicht geben. Beispiele aus anderen Orten, allen voran Magdeburg, hätten gezeigt, dass derartige Spender beschädigt und die Tüten gestohlen würden. „Daher könnten die Tüten doch analog der Gelben Säcke im Bürgerbüro an die Hundebesitzer ausgegeben werden“, schlägt Horst Tödter vor.

Ein Vorschlag, den Ralf Fleischhauer mit Interesse zur Kenntnis genommen hat. „Wir werden diese Idee zumindest mitnehmen und konkret prüfen“, verspricht er.