Leiterin des Schwanebecker Seniorentreffs überrascht die Besucher mit ausgefallenen Ideen

Ideenfeuerwerk für tolle Rentnerfreizeiten

Von Andreas Bürkner

Seit zehn Jahren engagiert sich Ilona Heier für die Senioren in Schwanebeck. Was anfangs als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bei der Stadt begann, ist inzwischen in ehrenamtliche Arbeit übergegangen. Die Rentner sind von den vielen Ideen ihrer "Chefin" begeistert, die trotz Krönung Ilona bleibt.

Schwanebeck l Im Seniorentreff von Schwanebeck müssen sich die Rentner sehr genau überlegen, was sie sagen. Grund ist ihre "Chefin" Ilona Heier, die aus den Äußerungen schnell mal eine besondere Aktion entwickelt. "Sie hat so viele kreative Ideen, das ist einfach wunderbar", sind sich die meist älteren Damen einig.

Als eine von ihnen mal spaßeshalber für den 32. Mai ihre Hochzeit ankündigte, besorgte die rührige Organisatorin Ilona Heier kurzerhand den entsprechenden Gatten für die symbolische Trauung. Der Spaß war ebenso vorprogrammiert wie bei der "Krönungsfeier", als Ilona Heier ihre zwei frischen Zahnkronen zu einer Huldigungsfeier nutzte. "Auch als gekrönte Majestät bleibt sie für uns weiterhin nur die Ilona", hat die Ehrfurcht ihre Grenzen.

Jeden Dienstag trifft sich die ältere Generation in einem Raum des Rathauses, den die Stadt kostenfrei zur Verfügung stellt. "Wir organisieren alles in Eigenregie, wir sind auch kein Verein", stellt Ilona Heier klar. "Neben Geld von den Teilnehmern unserer Treffs unterstützen zudem einheimische Unternehmen und Gewerbetreibende unsere Arbeit", dankt Heier im Namen aller.

Mit finanzieller Hilfe und Sachspenden können die Nachmittage abwechslungsreich gestaltet werden. "Mal gibt es Vorträge, mal wird gefeiert oder auch nur gequatscht", beschreibt es die 49-Jährige Leiterin. Einmal im Monat gehe es zum Kegeln nach Emersleben. Am einfachsten sei es, wenn gespielt wird. "Dann darf ich nicht stören", sagt die Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Vor gut zehn Jahren stieg die gelernte Verkäuferin, die in jungen Jahren eigentlich Krankenschwester werden wollte, über eine ABM-Stelle bei der Stadt in die Seniorenbetreuung ein. Als die Mittel gekürzt wurden, ging es nicht mehr auf diese Weise, erinnert sie sich.

Die Liebe zu den Rentnern blieb, also führte sie ihre Aufgabe ehrenamtlich weiter. "Wir sind froh, dass sie damals nicht aufgegeben hat", erinnern sich die Frauen an die kleine Krise vor sechs Jahren.

"Deshalb helfen alle mit, wenn es notwendig ist", sagt Ilona Heier und sieht darin ein Zeichen der Dankbarkeit. Zusätzlich wird sie von Andrea Fischer bei den Vorbereitungen der wöchentlichen Treffen unterstützt. "Über noch etwas mehr Unterstützung von der Stadt würden wir uns freuen", meint Ursel Bietz und erntet zustimmendes Nicken der anderen Frauen.

Neben den Feiern gehörten früher auch Ausflüge zu den Veranstaltungen, wurden aber aus Altersgründen fast eingestellt. Lediglich zum Besuch von Weihnachtsmärkten sind die Senioren noch unterwegs - und zur Weihnachtsfeier. "Die haben wir aber mangels geeigneter Gaststätte in Schwanebeck nach Gröningen verlegen müssen.