Halberstadt l „Freitag, der 13., und die Gläser kaputt, hoffen wir, dass das ein gutes Omen ist“, sagte am Freitagmittag Timo Günther. Der vertrat Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) beim Richtfest im Tiergarten. Bauleute, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Tiergartens sahen diese Kombination durchaus als gutes Omen. Denn nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder einiges getan wurde, um den tierischen Bewohnern der Einrichtung gute Lebensbedingungen zu ermöglichen, war es jetzt an der Zeit, auch mal an die Mitarbeiter zu denken.

Die haben ihre Umkleiden und Büros seit Jahrzehnten in einem Seitenflügel des Spiegelsbergenguts. Inzwischen kann man den Gebäudeteil nur noch als desolat bezeichnen. Eine Sanierung wäre teuer geworden und hätte zudem neue vertragliche Regelungen zum Beispiel zum Wegerecht mit den Besitzern des Gutes erfordert. Wobei die ab und zu wechseln.

Rund 200.000 Euro Kosten

Deshalb beschlossen Stadtverwaltung und Stadtrat, ein neues Sozial- und Verwaltungsgebäude direkt auf dem Gelände des Tiergarten errichten zu lassen. Den Weg dafür hatte im vergangenen Jahr der Stadtrat mit der Freigabe der erforderlichen Summe geebnet, immerhin rund 200.000 Euro soll der Neubau kosten.

Baustart vier Wochen verzögert

Das entstehende Gebäude wurde in Zusammenarbeit mit dem Büro Fünfhausen + Köhler aus Quedlinburg, den Tiergartenmitarbeitern und der Abteilung Hochbau der Stadt Halberstadt geplant. Im Oktober stellte die Stadt den entsprechenden Bauantrag, die Baugenehmigung wurde im März erteilt. Eigentlich wollten alle Beteiligten schon etwas weiter sein, aber weil nicht für jedes ausgeschriebene Gewerk Angebote eingingen, mussten weitere Angebotsverfahren erfolgen, was den Baubeginn um rund vier Wochen verzögert hatte.

Doch nun wird mit Hochdruck gearbeitet. Timo Günther dankte im Namen des Mitarbeiterteams den Handwerkern für das Tempo, das sie an den Tag legten. Deshalb wird es wohl auch klappen, den geplanten Fertigstellungstermin zu halten – das ist der 30. September.

150 Quadratmeter Fläche

Dann müssen die auf 150 Quadratmeter verteilten Büros, Umkleide- und Duschräume, Toilettenanlagen und der Pausenraum eingerichtet werden. Für die Möblierung sind noch einmal rund 30 000 Euro geplant. Diese Summe wird, wie der gesamte Bau, komplett aus der Stadtkasse bezahlt.

Der Pausenraum im neuen Verwaltungsgebäude ist dabei aber nicht nur als Aufenthaltsmöglichkeit für die Mitarbeiter geplant, sondern auch als kleiner Veranstaltungsraum. „Hier können dann auch Voträge stattfinden, zum Beispiel für Schulklassen, die den Tiergarten besuchen“, sagte Günther, nachdem die eigentlichen Richtfest-Traditionen stattgefunden hatten.

Martin Wicht von der Firma Behrens Bau trug den Richtspruch vor, an seiner Seite dabei Tiergartenleiterin Marina Breitschuh. Die warf nicht nur wie der Polier das kleine Schnapsglas nach den Segenswünschen für das entstehende Haus in Scherben, sondern schlug auch den letzten Nagel ins Gebälk. Und zum Schluss trafen sich Planer, Bauleute, Tiergarten- und Stadtmitarbeiter, um gemeinsam auf das Wohl des Baus anzustoßen.