Badersleben l „Wir haben mit dem Bosseberg ein attraktives Baugebiet in Badersleben, das allerdings immer noch so gut wie brach liegt“, bedauert Ortsbürgermeister Olaf Beder (parteilos). Zwar gebe es immer mal wieder vereinzelte Anfragen von bauwilligen Interessenten, doch eine Erschließung des Gebietes könne erst dann vorgenommen werden, wenn eine bestimmte Mindestanzahl von Vorverträgen vorliege.

Hintergrund ist, dass die Gemeinde Huy, die sich in Konsolidierung befindet, nicht in solchen Dimensionen in Vorleistung gehen darf. Die Lösung wäre ein Investor, der als Erschließungsträger diese Kosten übernimmt.

Das bestätigt auch Huy-Bürgermeister Thomas Krüger (CDU). Allerdings erteilt das Gemeindeoberhaupt vorwurfsvollen Gerüchten, dass die Huy-Gemeindeverwaltung in Bezug auf den Bosseberg bislang nur verhalten agiert habe, eine ganz klare Absage. Solche Vorwürfe waren im Badersleber Ortschaftsrat laut geworden und kursieren öffentlich im Dorf selbst.

Gerüchte von Untätigkeit der Verwaltung

Konkret heißt es, dass es einen interessierten Investor gegeben habe, der wegen der Untätigkeit der Gemeindeverwaltung in Dingelstedt wieder abgesprungen sei und dass die Gemeinde Huy nicht daran interessiert sei, überhaupt zu verkaufen.

„Das stimmt so nicht“, betont Thomas Krüger. Richtig sei indes, dass es zwar diese vielversprechende Anfrage gegeben habe, der vermeintliche Investor, der sich für eine große Fläche des Bosseberges interessiert hatte, letztendlich jedoch wieder abgesprungen sei. „Wir waren sogar schon beim Landesverwaltungsamt, um Nägel mit Köpfen zu machen“, sagt der Bürgermeister. Vorausgegangen waren viele Gespräche und Verhandlungen. „Einem solchen Investor hätten wir den roten Teppich ausgerollt und selbstverständlich hätten wir sofort verkauft.“ Letztenlich könne er über die Gründe der Absage nur spekulieren, der Gemeinde Huy hier Untätigkeit vorzuwerfen, sei jedoch unfair.

Tatsächlich füllt dieser Vorgang ganze Aktenordner im Bauamt der Huy-Gemeindeverwaltung. Mitarbeiterin Karin Birkholz reagiert fassungslos, als sie die Vorwürfe hört. Sie habe sich intensiv in das Projekt eingearbeitet, dass es letztendlich nicht zustande gekommen sei, habe sie sehr enttäuscht. „Keinesfalls hat die Absage an der Arbeit der Verwaltung gelegen.“

Investor wollte Bungalows für Senioren bauen

Thomas Krüger hält die Grundidee des Investors allerdings nach wie vor für interessant und sehr vielversprechend. „Er hatte vor, große Teile des ausgewiesenen Baugebietes mit einer barrierefreien bungalowähnlichen Wohnanlage für Senioren und interessierte Mitbürger zu bebauen.“ Die Nachfrage nach solchen Formen des betreuten Wohnens boomt zurzeit. Die Menschen leben in ihren eigenen vier Wänden und finden bei Bedarf Unterstützung.

„Wir hatten sogar schon einen regionalen Pflegedienstleister als künftigen Betreiber gefunden“, so der Bürgermeister. Er lasse auch weiter nichts unversucht, zu jeder sich bietenden Gelegenheit auf das attraktive Baugebiet am Bosseberg von Badersleben aufmerksam zu machen. „Sobald es genug ernsthafte Interessenten gibt, schieben wir die Erschließung an.“