Arbeitsmarkt im Harz

Juli-Quote ist leicht angestiegen

Die Arbeitslosigkeit im Harzkreis ist im Juli wegen der Sommerflaute leicht gestiegen. Gute Jobchancen gibt es dennoch.

Von Regina Urbat

Halberstadt/Wernigerode l Nach der im Vorjahr untypischen Entwicklung vom Juni zum Juli herrscht auf dem Arbeitsmarkt im Harzkreis wieder Normalität: Dem bundesweiten Trend folgend, hat im Juli eine saisonübliche Sommerflaute dafür gesorgt, dass die Arbeitslosenzahl im Kreis leicht angestiegen ist und die Stellenmeldungen zurückgegangen sind. „Alles ist im verträglichen Rahmen, zumal die Zahlen gegenüber dem Vorjahr deutlich besser sind“, so Heike Schittko, Chefin der Arbeitsagentur Halberstadt.

Insgesamt waren im Juli 8528 Männer und Frauen im Agenturbezirk Halberstadt arbeitslos gemeldet, 236 Personen (+2,8 Prozent) mehr als im Vormonat, jedoch 642 (-7,0) weniger als im Juli 2014. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,4 auf 7,6 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 8,0 Prozent. „Dies ist, nur knapp nach dem Bördekreis mit 7,5 Prozent, weiter die zweitniedrigste Quote aller Landkreise in Sachsen-Anhalt“, so Heike Schittko. In ihrem Zuständigkeitsbereich (SGB III) erhöhte sich die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat etwas deutlicher als im SGB-II-Bereich (Kommunale Beschäftigungsagentur).

Ins Detail gehend stellte Heike Schittko fest, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr sowohl auf die positiven Entwicklungen im SGB III als auch im SGB II beziehen. Durch die Agentur für Arbeit wurden im Juli 27,3 Prozent (Vorjahr 27,9) und durch die KoBa 72,7 Prozent (Vorjahr: 72,1) der Arbeitslosen betreut, ergänzte die Leiterin Anita Hauswald.

Wie Heike Schittko auf der Pressekonferenz im Landhaus „Zu den Rothen Forellen“ in Ilsenburg weiter ausführte, endeten im Juli viele Ausbildungsverhältnisse und befristete Jobs. Zahlreiche Kündigungen wurden vor den Sommerferien ausgesprochenen. Und die auf den Arbeitsmarkt strömenden Schul- und Studienabgänger sowie Ausbildungsabsolventen erklären zudem den Anstieg. „Aus den Erfahrungen wissen wir, dass die Unternehmen häufig nach der Sommerpause wieder neue Mitarbeiter einstellen“, sagte Heike Schittko. Daher sei sie optimistisch, dass vor allem junge und gut qualifizierte Fachleute schnell wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Sie hätten aussichtsreiche Chancen, „da in immer mehr Berufen große Fachpersonalengpässe bestehen“, so die Agenturchefin. Bedarf gebe es in der Hotellerie und im Gaststättengewerbe, in den Branchen Metall, Elektro und Bau. Offene Stellen gemeldet wurden im Juli 427, die meisten (196) aus dem Altkreis Wernigerode, gefolgt von Halberstadt (128) und Quedlinburg (103).

Nach wie vor gehörte erneut etwa jeder dritte Arbeitslose zur Altersgruppe der 50- bis 65-Jährigen, im Juli waren es konkret 3110 Personen. Deren Situation am Arbeitsmarkt bleibt weiter angespannt.