Halberstadt l Offenbar haben die Theatervereine ein gutes Händchen bei der Vergabe des Theaterpreises, sagt Klaus Rupprich. Hörbar erfreut berichtete der Vorsitzende des Halberstädter Fördervereins, dass man eine Inszenierung auszeichne, in der eine Schauspielerin mitwirkte, die den ersten Nordharzer Theaterpreis entgegennahm.

2007 waren als Einzeldarsteller Elisa Ottersberg und Klaus-Uwe Rein ausgezeichnet worden. Ottersberger war als Gast nun auch in der preisgekrönten Inszenierung 2018 dabei. Sie spielte die Jessica Höfel in „Frau Müller muss weg!“. Das zeige, dass man 2007 das richtige Gespür für das Talent einer jungen Mimin gehabt habe.

Und auch in diesem Jahr werde der Preis für die beste Einzelleistung an eine begabte junge Künstlerin vergeben, ergänzte Ernst-Ulrich Jürgens, Vorsitzender des Musik- und Theatervereins Quedlinburg. Preisträgerin 2018 ist Bénédicte Hilbert für ihre Rolle als Oscar in „Ein Maskenball“. Hilbert habe eine beachtliche stimmliche und darstellerische Entwicklung nachgewiesen, so Jürgens.

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Entscheidung

Die Entscheidung der siebenköpfigen Jury sei recht schnell und einhellig gefallen, berichtete Rupprich am Montag. Obwohl als Inszenierung zunächst der „Maskenball“ im Vordergrund stand, wurde in der entscheidenden Jurysitzung rasch klar, dass die Schauspiel­inszenierung des irrwitzigen Eltern-Lehrer-Konfliktstückes den Preis 2018 erhalten soll. Die Akteure müssen sich die jeweils 1000 Euro Preisgeld teilen, da habe es die beste Einzelleistung wohl besser, flachste Rupprich.

Dass es gelingt, Spender für die Preise zu gewinnen, sei eine gute Sache, betonte Rupprich. Obwohl die Vereine auch in der Lage wären, die Preisverleihung aus eigener Kraft zu stemmen. Immerhin zählt der Halberstädter Theaterförderverein 202 Mitglieder, der Quedlinburger 140. „Aber so haben wir die Möglichkeit, noch andere Dinge am Theater zu unterstützen“, so Rupprich.

Wie Hans-Ulrich Jürgens mitteilte habe in diesem Jahr erneut Peter Mette-Braem seine Unterstützung zugesagt, auch das Unternehmen Hörgeräte Eger ermöglicht, dass der Preis nicht nur aus Blumen und einer Urkunde besteht, sondern dotiert werden kann.

Die Preise sehen beide Vereinsvorsitzende als eine besondere Art der Wertschätzung der Theaterarbeit, denn vergeben werden sie aus ­bürgerschaftlichem Engagement ­heraus, das Theater selbst ist dabei „außen vor“, wie Rupprich betont. So ist die Jury mit je zwei Mitgliedern der Fördervereine besetzt und den jeweiligen Vereinsvorsitzenden. Und um eine ungerade Zahl zu erreichen, ist auch ein Journalist der regionalen Medienlandschaft in der Jury, in diesem Fall ist es Uwe Kraus. Sämtliche Jurymitglieder versuchen, alle Inszenierungen zu sehen, aber mindestens 80 bis 90 Prozent der Aufführungen müssen sie besucht haben, um sich ein Urteil erlauben zu können.

Verliehen wird der Theaterpreis 2018 wieder im Rahmen des zweiten Sinfoniekonzerts. In diesem Jahr ist Quedlinburg Ort der Preisübergabe. Nach der Pause des am Sonnabend, dem 17. November, stattfindenden Konzerts werden Schauspiel-Ensemble und Sängerin ausgezeichnet.