Tierheim-Serie

Kater Findus aus dem Tierheim Halberstadt: Aus wildem Tiger wird Schmusekater, jetzt sucht er ein geborgenes Zuhause

Neue Volksstimme-Serie aus den Tierheimen in Sachsen-Anhalt: Über Monate lieferte sich Findus auf der Straße blutige Kämpfe ums Essen. Engagierte Helfer retteten ihm mehrmals das Leben.

Von Tobias Hofbauer 23.07.2021 10:22 Uhr
Findus entging mehrmals nur knapp dem Tod: Mittlerweile ist er kein wilder Tiger mehr und genießt Streicheleinheiten.
Findus entging mehrmals nur knapp dem Tod: Mittlerweile ist er kein wilder Tiger mehr und genießt Streicheleinheiten. Foto: Katzenhaus Halberstadt

Halberstadt -  Im August 2020 wurde der Kater Findus das erste Mal entdeckt. Er war am Ende seiner Kräfte und schleppte sich blutend mit Bisswunden auf den Hof einer tierlieben Familie. Ihr ist es auch zu verdanken, dass Findus dem sicheren Tod entgehen konnte.

Wilder Tiger

Der Familie war aber sofort klar, dass es sich um einen Streuner handelte. Findus wollte sich nicht einmal behandeln lassen. Nur langsam konnte die Familie zu dem Tier Vertrauen aufbauen.

Anfangs wollte er auch nicht gestreichelt werden. Beim Füttern fuhr er sofort seine Krallen aus und hechtete nach dem Futter. Wahrscheinlich, weil er früher um sein Fressen kämpfen musste. In seiner Box, die ihm die Familie stellte, fühlte sich Findus geborgen und sicher - beruhigte sich schnell. Jedesmal, wenn er sich allerdings herauswagte, war er wachsam und unruhig.

Von anderen Katern gemobbt

Immer wieder hat er in seiner Zeit an der Wernigeröder Straße mit anderen Katern gekämpft und sich dabei teils starke Verletzungen zugezogen. Im Dezember 2020 erlitt er nach einem Biss sogar eine lebensbedrohliche Verletzung am Bein. Seine Wahl-Familie unternahm alles, um ihn wieder aufzupäppeln. Er konnte sich wieder erholen. Die Revierkämpfe gingen jedoch weiter.

Trotz des üppigen Futterangebots seiner Lebensretter und deren Nachbarn verließ der Kater eines Tages den Hof. Möglicherweise hatte er eine bessere Futterstelle entdeckt, oder ein anderer Kater hatte ihn vertrieben.

Totgeglaubt

Die Finder-Familie machte sich Sorgen. Mit der Bundesstraße ganz in der Nähe und der Futter-Konkurrenz ist ein Leben auf der Straße hart. Die Wahrscheinlichkeit, dass Findus überlebt: gering.

Und doch tauchte der Kater am 19. Juni 2021 wieder auf. Abermals verletzt und diesmal von der Feuerwehr gerettet. Der Grund war wieder eine Bissverletzung. Weil die Helfer den Kater nicht zuordnen konnten, suchten sie über die sozialen Netzwerke nach seinem Besitzer. Die Familie, dich sich zuvor um ihn gekümmert hatte, erkannte den roten Kater und engagiert sich jetzt in der Vermittlung. 

Das ist Findus

Findus war bisher ein Kater ohne Zuhause. Immer wieder haben ihn Menschen aufgenommen und ihm Futter gegeben. Wann er genau geboren wurde, ist nicht bekannt. Er ist kastriert, noch jung und liebt den Kontakt zu Menschen.

Nachdem er zunächst sehr scheu reagierte, liebt er mittlerweile Streicheleinheiten. "Der ist ein ganz ruhiger und ganz Lieber", versichert Waltraud Hammer von der Fundtierunterkunft in Halberstadt.

Er ist ein Einzelgänger und verträgt sich nicht mit anderen Katern, weil er immer wieder in Revierkämpfe geraten ist. Dafür ist er umso anhänglicher, wenn er sich bei den Menschen gut aufgehoben fühlt. Idealerweise eignet sich für Findus eine ruhige Umgebung mit viel Freilauf. Er liebt es außerdem Mäuse zu erbeuten.

Katzenfreunde, die Findus ein neues Zuhause schenken möchten und ihn bei sich aufnehmen wollen, melden sich bitte bei Waltraud Hammer in der Fundtierunterkunft Halberstadt, Telefon 03941 5954390.