Badersleben l Das Innere der evangelischen Sankt-Sixti-Kirche von Badersleben gleicht zur Zeit einer Großbaustelle. „Seit Mitte September wird gebaut“, berichtet Klaus-Dieter Wende vom Gemeindekirchenrat, der für die Koordinierung der Bauarbeiten verantwortlich ist.

Die Fachfirma hat zunächst die Bänke ausgebaut und den Holzfußboden entfernt. Danach wurde eine Einhausung aus Folie errichtet, in deren Inneren die weiteren Arbeiten erfolgen sollen, damit sich der Staub nicht unnötig im gesamten Kirchenschiff ausbreitet. „Als nächstes ist nun geplant, die Sandschüttung zu entfernen und den Fußboden zu begutachten“, erklärt Wende weiter. Sollten die Fachleute den alten Fußboden für gut befinden, würde dieser aufgearbeitet und weiter genutzt.

Münzen gefunden

„Nachdem die Bänke ausgebaut waren, haben wir verschiedene Münzen gefunden, darunter D-Mark und Mark der DDR“ erzählt Wende. Weitere großartige Schätze sind allerdings nicht zum Vorschein gekommen. Lediglich einige abgeflexte Rohre zeugen von der ehemaligen Schwerkraftheizung in der Kirche.

Zeitgleich soll nun der alte Putz bis zu einer Höhe von etwa zwei Metern komplett entfernt werden. Danach wird ein Sanierungsputz aufgetragen, der aus drei verschiedenen Schichten bestehen wird, einem aufgespritzten Haftgrund, einem Unter- und einem Oberputz.

Die Kosten für diese Sanierung von etwa 90 000 Euro tragen der Kirchenkreis Halberstadt, die Kirchengemeinde selbst, die als Bauherrin fungiert und die Leader-Förderung. Mit der Entscheidung des Kirchenkreises und der Denkmalschützer, die gesamte Wand wieder vollständig zu verputzen, sind die Gemeindekircheräte allerdings nicht sehr glücklich. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Wand etwa mannhoch steinsichtig offen bleibt und erst oberhalb verputzt wird“, betonen Klausdieter Wende und Christine Wustlich. Die feuchte Wand, die übrigens bei dieser jetzigen Sanierung keine Horizontalsperre gegen die aufsteigende Feuchtigkeit erhält, hätte so besser belüftet werden können.

Begründet worden sei diese Entscheidung mit dem barocken Charakter der Sankt-Sixti-Kirche, der nicht verloren gehen dürfe. Doch gebe es auch andere Beispiele, wie die Klosterkirche der Huysburg, die katholische Kirche von Badersleben oder den Turm von Sankt Sixti. „Hier wurde die Steinsichtigkeit erhalten und die Verantwortlichen berichten von einer Verbesserung.“ Die Badersleber Gemeindekirchenräte hoffen nun, dass der neue Putz lange der Feuchtigkeit stand hält.

Fenster werden aufgearbeitet

Die Kirchenbänke stehen in Westerhausen, wo sie durch die Werkstatt für Denkmalpflege aufgearbeitet und eingekürzt werden. Denn künftig sollen die Bänke nicht mehr direkt an der Wand stehen. „Außerdem erhalten die Bänke eigene Füße, sodass wir sie variabel stellen können.“

Wie lange die Baumaßnahmen dauern und die Kirche nicht genutzt werden kann, weiß Klaus-Dieter Wende noch nicht. „Wahrscheinlich wird es Frühjahr werden.“ Bis dahin werden die evangelischen Christen von Badersleben ihre Gottesdienste im benachbarten Gemeindehaus feiern. Über Weihnachten habe sich der Kirchenrat bisher noch keine Gedanken gemacht, so Wende. „Allerdings liegt der Gedanke an ein ökumenisches Weihnachtsfest gemeinsam mit den Katholiken in der Kirche Peter und Paul recht nahe.“

Mit dieser Sanierung der Südseite ist das Baugeschehen in Sankt Sixti jedoch noch lange nicht beendet. „Wenn die Wand verputzt ist, wird unsere Pappenius-Orgel saniert.“ Zudem ist Wende zur Zeit auf der Suche nach einem Schädlingsbekämpfer, der dem Holzwurm auf die Pelle rückt.

Außerdem wird immer noch nach einer Lösung für das durch einen Sturmschaden beschädigte und bisher nur provisorisch geschlossene Dach gesucht.