Halberstadt l „Im vergangenen Jahr sind wir mit unserem Orgelprojekt ein großes Stück vorangekommen. Deshalb stellen wir in diesem Jahr alle unsere Angebote unter das Thema Orgelsanierung. Wir brauchen jede Summe, die wir einnehmen können“, sagt Ruth Hurek.

Die Vorsitzende des Förderkreises Musik am Dom berichtet, dass im vergangenen Jahr das Konzept für die Orgelsanierung in entscheidenden Punkten fertiggestellt werden konnte, nun befasse sich die Dombaukommission mit dem Konzept. Denn die Orgel wird nicht nur gereinigt und instandgesetzt. Der Orgelprospekt mit seinen prachtvollen barocken Schnitzereien muss dringend restauriert werden. Und außerdem soll die Orgel versetzt werden. Sie soll ein Stück nach unten und nach vorne rücken und wieder den Durchgang erhalten, den es früher gab.

Weitere Projekt-Informationen beim Orgeltag

„Dadurch würde mehr Licht in den westlichen Teil des Domes fallen. Zurzeit wird das große Rundfenster im Inneren ja komplett von der Orgel verdeckt und auch der schöne Raum dahinter ist nicht wahrzunehmen“, sagt Ruth Hurek. Weil dieses Vorhaben so umfangreich ist, will der Verein möglichst viele Spenden sammeln, um für das millionenschwere Vorhaben Eigenmittel beisteuern zu können.

Der Förderkreis wird sich in diesem Jahr mit einem Orgeltag der Öffentlichkeit präsentieren, bei dem es neben Informationen zum Projekt und dem von einer Drohne aufgenommen Video sowie Orgelführungen auch wieder die Orgelwerkstatt für Kinder geben wird. Und wenn alles klappt, soll spätestens zu diesem Termin eine neue Beleuchtung die Orgel besser in Szene setzen. „Unser Ziel ist es, durch die Lichtinstallation die Figuren des Prospektes plastischer hervortreten zu lassen. Bislang erkennt man das prachtvolle Schnitzwerk kaum von unten. Gerade bei den abendlichen Konzerten ist oft nur die Beleuchtung des Spieltisches zu erkennen“, sagt Hurek. „Und deshalb haben wir einige Konzerte organisiert, die der Orgel zugute kommen sollen“, ergänzt Susanne Wolff, stellvertretende Vereinsvorsitzende.

Benefizkonzerte sind geplant

Auf die Konzerte freuen sich die Vereinsmitglieder sehr. Schließlich ist es ihr Hauptziel, die Kirchenmusik populärer zu machen. Deshalb wird nicht nur die Arbeit von Kantorei und Posaunenchor unterstützt, sondern auch mit eigenen Konzerten für die Musik im Dom geworben. Den Reigen der Benefizkonzerte hatte im März das Poulenc-Trio eröffnet. Am 6. Mai wird Mami Nagata (Stuttgart/Tokio) ab 18 Uhr Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Böhm und Felix Mendelssohn-Bartholdy zu Gehör bringen. Am 20. Mai spielen Domkantor Claus-Erhard Heinrich und der Weimarer Trompetenvirtuose Zsolt Nagy-Major nicht nur klassische Orgelwerke von Händel, sondern auch Spirituals, Gospel und jazzige Improvisationen.

Neben den instrumentalen Konzerten sind auch Chöre in diesem Jahr im Dom zu erleben. So werden die Internationalen Brahms-Festspiele Wernigerode wieder im Halberstädter Dom eröffnet. Der Erlös soll ebenso der Domorgel zugute kommen wie der des Konzertes, das der Knabenchor Hannover am 2. September in Halberstadt gibt. Mit Musik der Reformationszeit und Orgelimpressionen über diese Werke verspricht es ein sehr abwechslungsreiches Konzert zu werden. „Der Hannoveraner Chor ist dem Kreuzchor oder dem Thomanerchor ebenbürtig, aber durch die DDR-Vergangenheit hier in der Region weniger bekannt“, sagt Susanne Wolff.