Osterwieck l Wer billig baut, baut zweimal. Um 3550 Euro und damit keine drei Prozent der in der Heinestraße verbauten Gesamtsumme zu sparen, hatte der Osterwiecker Stadtrat 2016 mit knapper Mehrheit (16:12 Stimmen) entschieden, die neu anzulegenden Parkplätze vor dem „Kinderhaus an der Ilse“ nicht zu pflastern, sondern nur mit einem Mineralgemisch zu befestigen. Jetzt, ein Jahr nach der Fertigstellung, besteht daran schon Reparaturbedarf, wurde am Mittwoch auf der Osterwiecker Ortschaftsratssitzung festgestellt. Von jenen Abgeordneten, die damals eine dauerhaft haltbare Pflastervariante befürwortet hatten. Die obere Schicht ist teils abgefahren, Steine aus dem Unterbau schauen hervor. Der städtische Bauhof wird damit künftig hier wohl regelmäßig zu tun bekommen.

„Jetzt haben wir den Scheiß“, sprach Uwe Reuer (CDU) Klartext. „Ich werde mich daran erinnern, wenn man woanders auch Geld sparen kann.“

Für Kopfschütteln gesorgt

Es ist nicht das einzige Problem, das bei den Abgeordneten des Ortsrates für Kopfschütteln sorgte. Im Zuge des Umbaus des Jugendclubs zum Hort ist auf dem Gehweg der Rudolf-Breitscheid-Allee eine Metalltreppe als zweiter Rettungsweg aufgestellt worden. Nachdem die Verwaltung kürzlich darauf hingewiesen wurde, dass dort im Dunkeln jemand gegenlaufen oder -radeln könnte, wurde die Treppe mit Signalband beklebt. Gefordert wird vom Ortsrat etwas deutlich Reflektierendes.

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Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (parteilos) sagte auf Anfrage grundsätzlich zur Treppe: „Wir mussten das machen.“ Kinder dürften laut der Vorschrift nicht die 70 Zentimeter aus der Tür hinabspringen. Für Jugendliche sei das erlaubt gewesen. Wagenführ wolle sich kümmern, dass Reflektierendes angebracht werde.

Angesprochen wurde auf der Ortsratssitzung der hohe Unkrautstreifen, der auf dem vor einem Jahr gebauten Rad- und Gehweg Hornburger Straße gewachsen ist. Zumal dort die Bauhofleute täglich zigmal vorbeifahren. Offen blieb die Frage, ob möglicherweise die Zuständigkeit für die Wegereinigung nicht geklärt ist. „Die Gemeinde ist verantwortlich“, klärte Bürgermeisterin Wagenführ gestern auf. Und: „Die Reinigung wurde veranlasst.“

Haufen vor der Tür

In dieses Thema passte am Donnerstag der Anruf einer Osterwiecker Volksstimme-Leserin in der Redaktion. Bärbel Pülm beklagte den Dreck, den Hunde regelmäßig vor ihrer Haustür im Wietholz hinterlassen. In dieser Woche sogar einen stinkenden Riesenhaufen, in den dann auch noch der Nachbar hineingetreten war.

Um die rücksichtslosen Hundehalter wachzurütteln, hat sie die Haufen vor dem Haus nun mit roten Schleifen markiert. Der Hundedreck, so berichtete die Leserin, ziehe dann wieder Katzen, Marder und anderer Tiere an, die an denselben Stellen ihre Haufen machen. Und überhaupt seien in Osterwieck so viele Straßen voller Hundedreck, stellte Bärbel Pülm fest. Dabei gebe es an mehreren Stellen Hundetoiletten, aus denen die Hundehalter Tüten entnehmen können.