Halberstadt l Um Schatzangelegenheiten kümmern sich die Mitarbeiter der AFU Privates Bildungsinstitut GmbH in Halberstadt neuerdings. Vor Kurzem hat ihnen die Stadt Halberstadt den Auftrag erteilt, eine Schatzkiste zu bauen. Sie soll den kulturellen Reichtum der alten Vorharz-Stadt und die bis 2020 laufenden Schatzjahre repräsentieren. Und das nicht irgendwo, sondern auf der Landesgartenschau (Laga) in Burg, die am 21. April eröffnet wird.

Halberstadt-Schaugarten auf der Laga in Burg

Halberstadt ist in Burg, genauer gesagt auf der Ausstellungsfläche am Weinberg, mit einem Schaugarten vertreten. Dieses grüne Schaufenster soll bei möglichst vielen Laga-Gästen Neugier auf die Stadt am Harz ­wecken, erklärte kürzlich Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke).

„Wir haben uns über den Auftrag der Stadtverwaltung gefreut“, sagt AFU-Koordinator Reinhard Theml. Allerdings sei der eine Herausforderung. Denn die Stadt hatte sich sehr kurzfristig für den Auftritt zur Landesgartenschau entschieden. Erst im Februar erteilte die Kommune den Auftrag und Ende dieser Woche muss bereits alles fertig sein. Schnell galt es die Weichen für die Finanzierung zu stellen. „Die KoBa übernahm ­unbürokratisch die ­Personalkosten, die Stadt den Kauf des ­Materials“, so Reinhard Theml.

Bilder

Handwerker machen Fichtenholz zur Schatzkiste

Der angenehme Duft von frischem Holz zieht durch die AFU-Werkstatt­räume in der Rudolf-Diesel-Straße. Es wird gesägt, geschnitzt, geschraubt, geschliffen und gemalt. Sechs Mitarbeiter kümmern sich um den Laga-Auftritt Halberstadts. Die große Schatzkiste ist fast fertig. Die Fichtenholz­bretter stammen unspektakulär aus einem Baumarkt, berichtet Reinhard Theml. Doch nicht die Holzart adelt das Behältnis zur ­Schatzkiste. Dafür steht die Handwerkskunst der Männer, die sie liebevoll ­zusammenbauen und gestalten. „Dabei haben viele unserer Mitarbeiter vorher noch nie etwas mit Holz zu tun gehabt“, betont der Koordinator. Trotzdem meistern sie die anspruchs­volle Arbeit.

Vier Persönlichkeiten im Scherenschnitt

Auf einer Seite der Kiste ist die beein­druckende Silhouette der Stadt mit Dom, Martini- und Liebfrauenkirche eingefräst worden. Daneben steht der Slogan „Ihr Tor zum Harz Halberstadt“. AFU-Mitarbeiter ­Andreas Bohmeyer bearbeitet vorsichtig per Hand mit Schleifpapier die scharfen Kanten des Halberstadt-Bildes. Die Kiste wird mit Folie ausgeschlagen. Passend zur ­Gartenschau erhält sie eine bunte Bepflanzung.

Bei der Schatzkiste allein bleibt es jedoch nicht. Die Stadt erteilte der AFU noch einen zweiten Auftrag. Den Bau von vier hölzernen Stelen, die ebenfalls im Schaugarten platziert werden. 2,20 Meter groß und etwa 50 Zentimeter breit zeigen sie im Scherenschnitt herausgearbeitet die Köpfe Halberstädter Persönlichkeiten.

Vierte Stele mit ganz aktuellem Bezug

Dazu gehören aus der Geschichte so wichtige Leute wie Dichtervater Johann Ludwig Gleim (1719-1803), Ernst Ludwig Christoph Spiegel, Freiherr zum Diesenberg (1711-1785) und Jurist sowie Fabeldichter ­Magnus Gottfried Lichtwer (1719-1783). Eine Überraschung ist die vierte Stele mit einem Kopf aus der Gegenwart: die Sängerin Linda Hesse.

„Die Stelen erhalten einen QR-Code. Damit können die Laga-Gäste, denen die Namen nicht so vertraut sind, per Handy-QR-Code-Scanner im Internet alles wichtige zu den Persönlichkeiten erfahren“, sagt Reinhard Theml.

Die Schmuckstücke finden alle einen Platz im 25 Quadratmeter großen Halberstadt-Schaugarten, der ab 21. März in Burg aufgebaut wird.