Halberstadt l Der Anbau ist einfach zu klein. 14 Plätze gibt es, doch durchschnittlich sind es 20 Patienten, die im Halberstädter Cochlear-Implant-Rehabilitationszentrum (CIR) betreut werden. „Der Bedarf zeichnet sich seit Jahren ab“, berichtet Holger Thiele, Vorstand des Cecilienstifts, dem Träger des CIR. Nachdem verschiedene Optionen überlegt worden, hat man sich nun für eine recht eindrucksvolle entschieden: Es soll eine (fast) fertige Etage auf das Gebäude aufgesetzt werden.

„Damit wird versucht, Baulärm weitestgehend zu vermeiden“, erläutert Thiele. Immerhin ist das Wahrnehmen von Geräuschen für die meisten Patienten, die im CIR behandelt werden, neu. Sie gewöhnen sich gerade erst an ihre Cochlear-Implantate. Das sind medizintechnische Geräte, die die Funktion des beschädigten Innenohrs übernehmen und Audiosignale an das Gehirn übertragen.

2,5 Millionen Euro in Anbau investiert

Gegründet wurde das CIR 1993. Fünf Jahre später, 1998, investierte das Cecilienstift mit Unterstützung des Landes rund 2,5 Millionen Euro in einen Anbau auf dem Mutterhausgelände. In der unteren Etage befinden sich Therapie- und Funktionsräume. Der Wohnbereich ist im Obergeschoss untergebracht. „Der Raum unter dem Dach wurde als Lager genutzt, den haben wir schon ausgeräumt“, sagt Thiele. Aufgrund der Schrägen bietet das derzeiteige Dachgeschoss nicht genug Platz für einen Umbau.

Bevor jedoch stattdessen eine Etage aufgesetzt werden kann, steht das CIR auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses. Es geht um den Aufhebungsbeschluss des Vorhaben- und Erschließungsplans. „Das dürfte eigentlich nur eine Formalie sein, so viel verändert sich ja nicht“, sagt Holger Thiele. Zumal die Bauabteilung der Stadt bereits ihre Unterstützung zugesagt habe.