Radwegebau

Mit dem Fahrrad durch die Einheitsgemeinde Osterwieck

Der Stadtrat Osterwieck hat mit seiner Beschlussfassung den Startschuss gegeben für ein weiteres Projekt, das den Radwegeausbau in der Einheitsgemeinde voranbringt. 2022 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Von Vera Heinrich
Vorentwurf der Radwegführung von der Landesgrenze nach Hessen und Deersheim
Vorentwurf der Radwegführung von der Landesgrenze nach Hessen und Deersheim Stadt Osterwieck

Hessen - Es gibt seltene Gelegenheiten, die man nutzen sollte. Darin sind sich die Abgeordneten des Stadtrats Osterwieck in ihrer letzten Sitzung einig und haben einstimmig einen Grundsatzbeschluss gefasst für den Ausbau eines Radweges zwischen mehreren Ortsteilen.

Der vorgesehene Streckenverlauf führt von der Landesgrenze zu Niedersachsen am ehemaligen Grenzturm bei Hessen nach Deersheim mit Weiterführung nach Osterwieck und Anschluss in Dardesheim entlang der Bundesstraße B 79 und Landesstraße L 89.

Anstoß für das Bauvorhaben hat das Flurneuordnungsverfahren in Hessen in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) und dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) gegeben.

Hessens Ortsbürgermeister Hans-Werner Goy (Aktive Bürger) erläutert, welche Chance sich der Einheitsgemeinde damit aktuell bietet: „Das Flurneuordnungsverfahren wird 2022 anlaufen. Das ALFF hat vorgeschlagen, dass in diesem Zuge auch ein neuer Radweg entstehen könnte.“ Dafür benötige es der Zustimmung des Stadtrates. „Im Falle einer Ablehnung, wäre die ganze Sache gestorben“, macht der Hessener klar.

Klärungsbedarf mit der Deutschen Bahn

Ein großer Teil der Strecke solle durch den Ort verlaufen und fortgeführt werden bis nach und durch Deersheim, erklärt er. Es gebe auf einem Streckenabschnitt einen alten Bahndamm. „Ob die Strecke auf dem Bahndamm entlanggeht, ist noch nicht geklärt, weil noch nicht feststeht, ob er dafür freigegeben wird“, teilt Goy mit.

Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) findet dazu klare Worte: „Es wäre natürlich absurd, wenn ein ungenutzter Bahndamm vorhanden ist und ein Radweg daneben errichtet werden muss.“ Derzeit sei sie mit Bundestagsabgeordneter Heike Brehmer (CDU) im Gespräch, die ihre Unterstützung in dieser Angelegenheit zugesichert habe und bei den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn als Eigentümer helfe, berichtet sie.

Baustart schon für das nächste Jahr vorgesehen

Teil des Beschlusses ist zudem, dass das Baurecht bis Ende diesen Jahres im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens in Hessen geschaffen wird. Geplant ist laut Beschlussvorlage, dass der Ausbau in mehreren Teilabschnitten in den Jahren 2022 bis 2025 erfolgt.

Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ erklärt, welche Zielsetzung mit dem Projekt verbunden ist: „Das neue Landesverkehrsnetz soll perspektivisch alle Gemeinden miteinander vernetzen.“ Dabei gehe es auch darum, zur Daseinsvorsorge im ländlichen Raum beizutragen. Hinzukomme, so Wagenführ, dass den Radfahrenden ohne Lücken im Wegenetz mehr Sicherheit geboten werde .

Bauamtsleiter Detlef Schönfeld erläutert, dass das Vorhaben ein Teilprojekt des Radverkehrsplanes der Stadt sei: „Wir haben fünf Vorhaben zum Radwegebau von besonderer Priorität für die Jahre 2021 bis 2030 ausgewählt.“ Diese habe die Verwaltung dem Landkreis, und der LSBB nach deren Aufforderung vorgelegt. Gemeinsam mit diesen Kooperationspartnern plant die Stadt die Umsetzung des Radwegebaus.

Eines von fünf Projekten mit hoher Priorität

Neben dem genannten Projekt sind diese vier weiteren Radwege in Planung und teils in der Umsetzung:

1. von Schauen nach Stapelburg,

2. von Osterwieck nach Lüttgenrode,

3. von Berßel nach Osterwieck sowie

4. vom Osterwiecker Stadtgebiet ins ansässige Industriegebiet.

Ingeborg Wagenführ macht deutlich: „Die genannten Vorhaben sind Radwege, in denen die Eigentumsfragen überwiegend geklärt sind.“

Angesicht der skizzierten Streckenführung wird augenscheinlich, welche Priorität bei der Wegeplanung im Vordergrund steht. „Es ist wichtig, dass Osterwieck als Grundzentrum und Verwaltungsstandort unserer Einheitsgemeinde erreichbar ist“, findet Wagenführ. Diese Maßgabe entspricht auch der Zielstellung des Landesradverkehrsplans.

Hessens Ortsbürgermeister Goy sieht darin mehrere Vorteile: „Zum einen geben wir unseren Nachbarn aus Niedersachsen damit die Chance, unsere Region besser mit dem Rad zu erkunden. Zum anderen nutzt der ortsverbindende Radweg in alle erster Linie unserer Bevölkerung vor Ort.“

Finanzierung mit Fördermitteln und Eigenmitteln der Stadt

Mit dem gefassten Grundsatzbeschluss ist geklärt, in welche Richtung der Radweg geplant wird. Fragen zur konkreten Finanzierung der Umsetzung sind dabei noch offen, wie Michael Körtge (Die Linke) anmerkt. Hartmut Janitzky fragt nach dem Eigenanteil, den die Stadt einbringen werde. Laut Beschluss beteiligt sich die Stadt „im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten entsprechend des aufgestellten Finanzierungsplanes“.

Die Bürgermeisterin betont, dass es im Grundsatzbeschluss darum gehe, das Projekt überhaupt erst zu ermöglichen. „Wir werden alle Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen, um das Vorhaben realisieren zu können. Sollte dann noch ein kleiner Teil fehlen, werden wir das als Stadt schultern können“, verkündet sie.